Eine Zusammenfassung vom ersten Stammtisch in München

Vielen lieben Dank für das große Interesse an unserem ersten Stammtisch und die enorme Beteiligung. Wegen der vielen Nachfragen haben wir die Diskussionen zusammengefasst. Auch die Videostatements und Bilder verschaffen einen Eindruck von diesem gelungenen Auftakt.

Sozialpolitische Themen standen bei den Teilnehmern des ersten Zeit zu Handeln-Stammtischs am 13.04.2017 in München im Vordergrund. Es wurde bemängelt, dass keine etablierte Partei mehr glaubwürdig für dieses Thema eintritt. Mehrfach wurde in diesem Zusammenhang die Einhaltung des Grundgesetzes, insbesondere Artikel 1 und 3 gefordert. Es gab Kritik an der Hartz IV-Sanktionspolitik und daran, dass es kaum noch Wohnungen für sozial Schwache gibt. Die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen wurde dabei genauso thematisiert, wie die Verteilung von Einkommen und Vermögen. Konkret kam die Forderung auf, alle Einkunftsarten bei den Sozialversicherungsabgaben anzurechnen und so für eine solidere Finanzierung, zum Beispiel bei der Renten- und Krankenversicherung, zu sorgen. Es wurde auch bemängelt, dass bei der Alten- und Krankenpflege inzwischen nicht mehr der Mensch, sondern der Profit im Vordergrund stehe und immer weniger qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen.

Mehrere Transgender erklärten, dass bei Parteien eine Mitgliedschaft nur als Mann oder Frau möglich ist. Darüber hinaus wird dem Thema bei allen Parteien nicht die erforderliche Bedeutung zugemessen. Fundamentalistische Bewegungen und konservative bis rechte Parteien, ziehen die Thematik gar ins Lächerliche und diskriminieren offen, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Es braucht eine solidarische Bewegung und eine Politik, die sich endlich den Forderungen von Transgendern für ein selbstbestimmtes Leben annimmt.

Außerdem wurde die bisherige Asylpolitik stark kritisiert. Konkret: Behördenwillkür, Umgang mit Geflüchteten und Flüchtlingshelfern. Auch persönlich Betroffene, wie die Pflegemutter eines jungen Afghanen, haben beeindruckend geschildert, welche Angst in den Familien vor Deportation um sich greift.

Auch das Bildungssystem wurde mehrfach kritisiert. Erziehung in den Schulen mit mehr Eigenverantwortung der Kinder wünschte sich eine Vater, damit die Kinder später zu mündigen Erwachsenen werden. Auch ‘einfaches’ Handwerk und alltägliches Wissen solle mehr in den Vordergrund rücken.

Neben den brennenden sozialen Themen kam auch der Wunsch zum Ausdruck, ökologische Fragen wieder mehr in den Vordergrund zu stellen. Für die Teilnehmenden war das Thema Ökologie geradezu eine Selbstverständlichkeit. Auch das Thema öffentlicher Nahverkehr wurde angesprochen.

Last but not least wurde die Digitalisierung angesprochen und die gesellschaftlichen Folgen, insbesondere für den Arbeitsmarkt. Hier müssen zukunftsorientierte politische Lösungen her.

Immer wieder warfen die Diskutierenden ein, dass es eine Partei braucht, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt und für die Menschenrechte und die Achtung der Menschenwürde nicht verhandelbar sind, sondern zentraler Kern allen politischen Handelns. Die große Bereitschaft, in den Dialog zu treten und die Einigkeit aller darüber, dass es endlich Zeit ist, zu handeln, freute uns sehr.

Die Video-Statements vom ersten Stammtisch in München:

Bei der Veranstaltung gab es Gelegenheit, ein Video-Statement abzugeben, warum es Zeit zu handeln ist. Die Statements von Michaela, ,Claudia, Stephan, Christine, Andrea und Julian sind bereits online. Vielen Dank an dieser Stelle auch an Andreas Schiebel, der die Videos aufgenommen und für uns geschnitten hat.

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