Mut zur Gemeinschaftsschule in Bayern

Das mut-Forum Bildung traf sich in den vergangenen Monaten regelmäßig, um über Verbesserungen des bayerischen Schulsystems zu diskutieren. Bei den Treffen bestätigte sich das Konzept der Gemeinschaftsschule als ein wichtiges längerfristiges Ziel einer mut-igen Bildungspolitik. Hier veröffentlichen wir die Ergebnisse des Treffens vom November 2017.

Am Dienstag, den 14.11.17, traf sich das mut-Forum Bildung in der City Lounge München, um gemeinsam über Verbesserungen des bayrischen Bildungssystems zu diskutieren. Alle Teilnehmenden waren sich darüber einig, dass eine größere Vielfalt an Schulformen in Bayern staatlich gefördert werden sollte.

Hürden für alternative Schulformen abbauen

„Die großen Hürden für alternative Schulmodelle müssen dringend abgebaut werden”, so Sprecher des mut-Forums Bildung Sebastian Felsner. Mit alternativen Schulmodellen könne man den unterschiedlichen Interessen und Bedarfen der SchülerInnen besser gerecht werden. Der Abbau von Hürden für alternative Schulformen wäre schon heute möglich, ohne dass hierfür größere Reformen von Nöten sind.

Insgesamt sei auch eine stärkere Öffnung der Schulen und die Vernetzung mit Partnern vor Ort, genauso wie ein Praxisjahr in der zehnten Jahrgangsstufe notwendig. Die SchülerInnen würden dadurch wichtige Einblicke in Lebensbereiche außerhalb der Schule erhalten und besser auf ihre nächsten Schritte vorbereitet werden. Auch das sind wichtige Weiterentwicklungen, die sich kurzfristig durchführen ließen.

Weiterbildung – für mutige Lehrkräfte

Hierzu braucht es mutige Lehrkräfte und Schulleitungen, die ihre Rolle kritisch betrachten und bereit sind, sich weiter zu entwickeln. Ein gutes (und gegebenenfalls verbindliches) Weiterbildungsprogramm für Lehrkräfte und Schulleitungen stellt hierfür eine dringend notwendige Voraussetzung dar. Insbesondere mit den Schulleitungen steht und fällt in den Schulen sehr vieles. Diese sind daher unbedingt auf Ressourcen und Regelungen angewiesen, die ihnen die Schulorganisation erleichtern und ihnen mehr Autonomie ermöglichen.

Gemeinschaftsschule fördert Grundwerte einer demokratischen Gesellschaft

Bei dem Treffen bestätigte sich zudem erneut das Konzept der ‚Gemeinschaftsschule‘ als ein wichtiges längerfristiges Ziel einer mut-igen Bildungspolitik. In der Gemeinschaftsschule wird die Vielfältigkeit der Kinder und Jugendlichen als gewinnbringend anerkannt, dennoch wird viel Wert auf individuelle Förderung gelegt. Eine eher homogene Schulzusammensetzung anzustreben, sei realitätsfremd, so Anna Schweda-Möller, mut-Sprecherin für Kindheit, Jugend und Familie. In einer offenen Gesellschaft geht es genau darum, unterschiedliche Vorstellungen und Lebensentwürfe kennenzulernen und zu akzeptieren. Die Grundsteine dafür müssen bereits in den Schulen gelegt werden. Diese müssten hierfür aber viel stärker als bisher auf demokratische Grundwerte, wie die Mitbestimmung der jungen Menschen achten. Zudem wäre ein praxis- und projektorientierter Unterricht sinnvoll. Anstelle des Klassensystems sollte es möglich werden, ähnlich wie an Universitäten, in jahrgangsübergreifenden Kursen, zu lernen. Diese sollten die Schüler*innen nach bestimmten, aber auch eigenen, Kriterien auswählen können, um so Schule und Bildung aktiv mitgestalten zu können.

Schulstandorte im ländlichen Raum in Bayern sichern

Die Teilnehmenden waren sich allerdings auch darüber einig, dass Gemeinschaftsschulen nicht ‚von oben‘ verordnet werden können. Es gehe vielmehr darum, Gemeinschaftsschulen zunächst einmal überhaupt als Option in Bayern zuzulassen. Gerade für den ländlichen Raum wäre dies eine große Chance, Schulstandorte zu retten. Dafür sprachen sich auch die Teilnehmenden Danijela Bartenschlager und Anja Milosevic (Verein „Eine Schule für Alle“) und Christine Lindner (Verein „Aktion gute Schule“) aus.


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Wer sich an den Debatten zum Thema Bildung beteiligen möchte, meldet sich bitte bei Sebastian Felsner, dem Sprecher des mut-Forums Bildung unter sebastian.felsner@mut-bayern.de.

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