Altötting: Ein Licht für mehr Menschlichkeit!

„Ein Licht für mehr Menschlichkeit“, unter diesem Motto stand am Samstag, den 24.03.2018 eine Menschenkette mit etwa 80 Teilnehmenden in Altötting auf dem Kapellplatz. Auf dem Tillyplatz rief zunächst Thomas Maier von mut dazu auf, für Menschenrechte einzutreten und Nein zu rufen, wenn Rassismus die Menschlichkeit bedroht. Zur Nachlese veröffentlichen wir hier die Rede von Thomas Maier – und mit freundlicher Genehmigung von Rosi Spielhofer einige Fotos der Veranstaltung.

Rede von Thomas Maier anlässlich der Kundgebung „Ein Licht für mehr Menschlichkeit“ in Altötting.

Der Brexit hat es gezeigt: Der europäische Gedanke ist nicht mehr selbstverständlich. Europa als ein Ort, an dem gemeinsam für Frieden und Gerechtigkeit eingestanden und gearbeitet wird, verliert an Bedeutung. Viele Staaten scheinen nur noch auf den eigenen Vorteil zu schauen; Nationalismus wächst. Gleichzeitig sind Übergriffe und Brandanschläge von rechts leider Alltag geworden.

Wegschauen und Schweigen wird dieses Problem nicht lösen! Widerstand wird notwendig!

Wie keiner anderen Partei gelingt es der AfD rassistische Hetze, Nationalismus und Sexismus zu bündeln, zu verbreiten und salonfähig zu machen. Gegen diese Tendenzen gilt es sich entschlossen zu stellen!

Und ich freue mich, dass heute so viele unterschiedliche Leute gekommen sind, um ein klares Zeichen gegen dieses Ungeheuer Rassismus zu setzen!

Fotos: Rosi Spielhofer

Diese Tendenzen sind eine klare Gefahr für unsere Demokratie. Eines ist offensichtlich: Die AfD will sich rassistisches und nationalstaatliches Gedankengut populistisch zu eigen machen, um dadurch WählerInnen zu gewinnen.

Oft sind die Parteien der vermeintlichen Mitte von der AfD gar nicht so weit entfernt, wie man uns gerne glauben machen möchte. Ausbeutun, und versteckten Rassismus in vielen Lebensbereichen, Grenzen und Spaltungslinien müssen wir überall bekämpfen! Egal ob bei der AfD und anderen politischen Parteien, in staatlichen Einrichtungen, in Politik und Gesellschaft, in Bayern, in Berlin, in Brüssel oder sonstwo!

Denn glaubwürdig gegen politische Rechte und deren Ideologien vorzugehen, heißt auch, nicht bezüglich der tausenden von Toten an an den Außengrenzen Europas und im Mittelmeer zu schweigen.

Für mut gibt es keinen guten oder schlechten geflüchteten Menschen. Für mut gibt es nur das Recht auf globale Bewegungsfreiheit ohne trennende Schranken von Religion und Kultur! Und das muss erkämpft werden! Wider dem rechten Gedankengut verschiedener Parteien. Wider der schwarz-roten Regierung und ihrer teilweise menschenverachtenden Flüchtlingspolitik (siehe sogenannte Anker-Zentren). Wider menschenverachtender Tendenzen in der EU, siehe Dublin 4. Gegen ein bayerisches Polizeiaufgabengesetz, welches staatlicher Willkür Tür und Tor öffnet.

Noch etwas scheint ja offensichtlich: Wer den Rechtspopulismus und deren Vertretende eindämmen will, muss zur Kenntnis nehmen , dass die rechte Formierung in ganz Europa ihren Ausgangspunkt auch und gerade in der Politik der regierenden Parteien hat.

Mit der Agenda 2010 , eingeführt durch die rot-grüne Regierung, und deren Ausbau des Niedriglohnsektors, deren Privatisierungen und den damit einhergehenden gesellschaftlichen Veränderungen, sowie der scheinbar geplanten Verschärfung der Hartz4 Leistungen, wird ganz deutlich klar:

Überall trifft es diejenigen, die abhängig sind von Lohnarbeit, die arbeitslos sind! Fast überall in Europa herrscht Arbeitslosigkeit, Leben am Existenzminimum und Spardiktat. Wir sind deshalb heute auch hier, weil wir keinen Neoliberalismus mit humanitärem Gesicht , sondern ein auf den Menschen und die Menschenwürde bezogenes Wirtschafts- und Sozialsystem fordern, in dem es keinen Raum für Ausgrenzung, Rassismus und Sozialneid gibt.

Eine solidarische Gesellschaft, eine Gesellschaft ohne Kapitalismus , eine Gesellschaft ohne Konkurrenzdruck und Ausbeutung. Eine Gesellschaft, in der alle gerechten Anteil der Gütern haben, in der alle leben können und zwar gut. In der alle Menschen gleiche soziale Rechte haben, in der niemand 2 oder 3 Minijobs annehmen muss, um die Miete bezahlen zu können. In der niemand unter ständiger Angst leben muss, morgen zwangsgeräumt oder gekündigt zu werden, also perspektivlos leben zu müssen. Eine Gesellschaft, in der die Grenze zwischen oben und unten endlich Vergangenheit sind!

Wir stehen heute auch hier, gegen rechts, gegen die AfD und gegen die teilweise menschenverachtende Politik der regierenden Parteien. Nur wenn wir die soziale Frage nicht rechts liegen lassen und uns gemeinsam gegen Ausgrenzung und Abschottung wenden, können wir eine starke Antwort geben gegen die Tendenzen unserer Zeit!

Die Herausforderungen liegen vor uns. Es wird Zeit sie gemeinsam anzupacken!

Ich bitte euch deshalb, gemeinsam aufzustehen und „nein“ zu rufen! Mutig einzutreten für Menschenrechte und gegen die Aushebelung des Grundgesetzes. Nein zu rufen, wenn Rassismus die Menschlichkeit bedroht! Nein zu rufen, wenn Menschenrechte mit den Füßen getreten und Menschen in Kriegsgebiete abgeschoben werden! Nein zu rufen, wenn deutsche Kriegswaffen exportiert werden! Nein zu Rassisten im bayerischen Landtag und überall!

Gemeinsam können wir das Ungeheuer des Rassismus besiegen, wenn wir mutig zusammenstehen und wenn wir gemeinsam kämpfen für Menschlichkeit, Frieden und Freiheit!


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