Die Hoteliers in Augsburg stornieren AFD-Zimmer. Richtig oder falsch?

Stellungnahme von Massimo Ferraro, Tourismusfachmann von mut

Ende des Monats findet in Augsburg der Bundesparteitag der AfD in Augsburg statt und bereits jetzt wirft dieser seine Schatten voraus. Am Wochenende wurde bekannt, dass einige Augsburger Hotels Reservierungen von AFD-Vorstandsmitgliedern storniert haben. Doch nicht nur Sicherheitsbedenken wurden als Begründung herangeführt, sondern auch die Äußerungen dieser Personen in der Vergangenheit über Muslime oder Homosexuelle.

Nun wird eifrig diskutiert, ob diese Entscheidung richtig oder falsch, rechtlich haltbar oder moralisch vertretbar ist. Für beide Standpunkte gibt es Argumente. Auf der einen Seite das Neutralitätsgebot und die Tatsache, dass die AFD eine demokratisch gewählte Partei ist. Auf der anderen Seite werden die rassistischen Äußerungen aufgeführt, die sich mit den Grundwerten der Hotellerie nicht vereinbaren lassen.


Was also tun? Was wäre angebracht?

Natürlich kann man das Hausrecht durchsetzen und den Zutritt verweigern. Auf die Gefahr hin, dass sich die AFD wieder „hineinklagt.“

Hier mein unkonventioneller Vorschlag: wie wäre es denn, wenn die AFD die Zimmer bekommt, aber gleichzeitig alle Mitarbeiter, die sich von der AFD zurecht kriminalisiert, herabgewürdigt und beleidigt fühlen, nicht zur Arbeit erscheinen würden. Also Muslime, Geflüchtete, LGBT, Mitbürger mit Migrationshintergrund, Mitglieder von Gewerkschaften oder Parteien und Frauen. Und die anderen Mitarbeiter zeigen sich solidarisch und treten ebenfalls nicht zur Arbeit an. Natürlich mit dem Einverständnis der Geschäftsleitung.


Da die Hotellerie zum Großteil aus Mitarbeitern dieser Gruppen besteht, würde dies zur Folge haben, dass kein Service, kein Empfang, keine Zimmerreinigung und erst recht keine Bewirtung stattfinden würde. Die AFD-Mitglieder würden am eigenen Leibe spüren, was ein Deutschland ohne diese Mitmenschen bedeuten würde und was diese für unsere Gemeinschaft leisten.

Eine hoffentlich heilsame Erfahrung, auch wenn ich nicht daran glaube, dass es etwas bewirken würde.

Ein sinnvolles, menschliches Zeichen gegen Rassismus wäre es definitiv.

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