Pflege-mut: Sprechen wir über Pflege!

ein Beitrag von unserem Landtagskandidaten Jan Erdmann in Zusammenarbeit mit dem Team Gesundheit & Pflege

Wir von MUT-Bayern sind der festen Überzeugung, dass Gesundheit und Pflege zur Daseinsvorsorge gehören muss und nicht weiter der Gewinnmaximierung unterworfen sein darf. Mit der Implementierung der Diagnosebezogenen Fallpauschalen (Diagnosis Related Groups „DRG“) wurde aber genau dies eingeführt und die Folgen dieser Politik spüren wir nicht nur in der Pflege. Wie in fast allen Bereichen unseres Gesundheitssystems, seien es die Hebammen und Geburtshelfer, die Logopäd*innen, Physiotherapeut*innen, um nur einige zu nennen – haben wir massive Probleme die Versorgung der Patient*innen auf einem menschenwürdigen Niveau aufrechtzuerhalten. Da in allen Bereichen in Pflege und Gesundheit der Rotstift – zum Schaden der Patienten und Pflegebedürftigen – angesetzt wurde.
Wir von MUT-Bayern fordern hier ein generelles Umdenken, weg von der Gewinnmaximierung hin zu einer guten, ökonomischen und flächendeckenden pflegerischen und therapeutischen Versorgung. Pflege und Gesundheit betrifft uns alle und ist eine gesellschaftliche Aufgabe und Aufgabe der Politik ist es, hier entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen.

Der Bereich Gesundheit und Pflege ist vielschichtig und alle Berufe im Gesundheitswesen greifen ineinander, hier wollen wir uns mit dem Schwerpunktthema Pflege beschäftigen.

Also lasst uns über Pflege sprechen!

Seit Jahren wird – immer zu Wahlen – die Pflege als wichtiges Wahlkampfthema entdeckt und es werden immer die gleichen Forderungen gestellt:

  • mehr Geld für Pflegekräfte,
  • bessere Personalausstattung und
  • die Aufwertung des Pflegeberufs.

Passiert ist aber wenig. Es wurde an manchen Stellen nachgebessert, dies ist aber aufgrund eines immensen Reformstaus, nicht annähernd ausreichend. Dies ist nicht zuletzt der starken Lobbyarbeit im Wachstumsmarkt Pflege und Gesundheit geschuldet. Aber auch der Politik, die hier nicht im Sinne der Gesellschaft gehandelt hat. Wie zu jeder Wahl wurden Trostpflaster und Placebos an betroffene Personen (Pflegebedürftig und Kranke), pflegende Angehörige – wie z. B. das Landespflegegeld – und Pflegekräfte verteilt. Wir von MUT-Bayern haben konkrete Forderungen erarbeitet, die auch auf Landesebene umgesetzt werden können und die Versorgungsstrukturen und die Pflegekräfte stärken.

Unsere Forderungen sind:

Pflegepersonal:

Der Personalmangel hinterlässt auch bei den Pflegenden Spuren. Die durchschnittliche Verweildauer von Pflegekräften in der aktiven Pflege am Bett beträgt durchschnittlich fünf Jahre. Es ist nicht ausreichend, neue Pflegekräfte zu versprechen, die dem Markt nicht mehr zur Verfügung stehen. Um Pflegekräfte wieder in den Beruf zu bringen bzw. für den Pflegeberuf neu zu begeistern müssen Anreize geschaffen werden, die die körperliche und psychosoziale Arbeitsbelastung reduzieren!

MUT-Bayern fordert deshalb, neben einer deutlich besseren Bezahlung, auch die 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich. (Dies könnte die bayerische Staatsregierung in ihren Häusern (Uni-Kliniken) ohne weiteres einführen. und wird zu einem Dominoeffekt führen.)
Des Weiteren sollte, analog zu den Pilot*innen, eine abschlagsfreie Frühberentung ab 60 Jahren, auf Wunsch der Mitarbeiter*innen, ermöglicht werden.

Pflegekräfte brauchen endlich eine eigene und unabhängige Vertretung.

MUT-Bayern fordert deshalb, die sofortige Schaffung einer Pflegekammer in Bayern.

Qualität:

Personalmangel und eine schlechte Qualifikation schadet den Patient*innen und verletzt diese in ihrer Menschenwürde. Europäische Studien zeigen eindeutig, dass in Einrichtungen, in denen Pflegekräfte mit einem Studienabschluss deutlich weniger Pflege- und Behandlungsfehler auftreten als in anderen Einrichtungen. Eine bessere Personalbesetzung ist natürlich Voraussetzung.

MUT-Bayern fordert deshalb, eine bedarfsgerechte – am Pflege- und Behandlungsaufwand – orientierte Personalberechnung mit adäquaten und nach neuestem wissenschaftlichen Standard geprüften Instrumenten. Die Einhaltung von Qualitätsangaben und Personalvorgaben muss transparent überprüft werden. Die Mitarbeit der Pflegekräfte ist dabei unerlässlich, daher ist eine arbeitgeberunabhängige Meldestelle einzurichten.

Pflegebildung:

MUT-Bayern ist von der generalistischen Pflegeausbildung überzeugt und befürwortet diese ausdrücklich. Mit der Generalistik werden unserer Meinung nach, alle drei Berufsbilder – Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege gleichgestellt und aufgewertet, insbesondere die Altenpflege. Wir bezweifeln aber, dass drei eigenständige Berufszweige in der Pflege, so wie geplant, ohne Qualitätsverlust in einer dreijährigen Ausbildung zusammengefasst werden können.

MUT-Bayern fordert deshalb, dass neben der Förderung der Akademisierung, ohne die jetzt bestehenden Zugangsvoraussetzungen zu erschweren, auch, den gemeinsamen Unterricht nicht auf zwei Jahre zu beschränken, um dann im dritten Ausbildungsjahr die Spezialisierung anzubieten. Besser ist eine dreijährige generalistische Ausbildung! Ebenso ist es nach unserer Auffassung notwendig, dass die theoretische Ausbildung von den Einrichtungen zu entkoppeln sind, und, wie in jedem anderen Ausbildungsberuf (duales Berufsausbildungssystem), an öffentlichen berufsbildenden Schulen zu erfolgen hat.

Hier geht es zum vollständigen Wahlprogramm von mut.

Kommentare sind geschlossen.

Betrieben von WordPress | Theme: Baskerville 2 von Anders Noren.

Nach oben ↑