Black Friday – Der Kauf-nix-Tag

Black Friday – Der Kauf-nix-Tag – ein Kommentar von Marie-Luise Kunst – Vorstandsmitglied und Stadtratskandidatin für München:

Es gibt mittlerweile in München junge Leute, die kleben ihre kaputten Winterschuhe mit Gewebeklebeband statt sich neue zu kaufen – und das ohne Not. Junge Leute, die heute Mittag ihr Demofahrzeug mit Muskelkraft durch die Münchner Innenstadt ziehen statt den Dieselmotor anzuwerfen – obwohl der Tank voll ist.

Es ist bezeichnend, dass der Black Friday auf den gleichen Wochentag fällt wie der Fridays for Future. Der schwarze Freitag dient dazu, die Gier der Leute nach noch mehr Konsum anzustacheln.

Ein wahrhaft schwarzer Tag im Jahreslauf.

Der wöchentliche Freitag für die Zukunft macht uns klar, dass es ohne eine radikale Veränderung in unserer Wirtschaftsweise keine Freitage mehr für uns geben wird, weder schwarze noch bunte.

Statt am Black Friday in Sonderangeboten zu schwelgen, gibt es die Möglichkeit, sich demonstrativ dem Buy-nothing-Day, der konsumkritischen Gegeninitiative anzuschließen.

An einem Tag im Jahr nichts zu kaufen, wird unsere globalen Probleme allerdings kaum beeinflussen.

Nur kaufen, was man wirklich braucht, reparieren, was zu reparieren ist, Zufriedenheit aus anderen Quellen suchen als Shopping – das sind Schritte, die Jede*r Einzelne gehen kann.

Viel wichtiger aber ist es, weiterhin Druck auszuüben auf diejenigen, die die Fäden in der Hand halten: von allen Ebenen der Politik die Wende, für die Fridays for Future steht, zu fordern, und zwar jetzt und nicht irgendwann.

Die Ausrufung des Klimanotstandes durch das EU-Parlament gestern war nur ein Anfang.


 

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