Tag der Poesie am Arbeitsplatz

Tag der Poesie am Arbeitsplatz

Tag der Poesie am Arbeitsplatz

Heute ist der Tag der Poesie am Arbeitsplatz. An diesem Tag darf es auch am Arbeitsplatz kreativ werden, denn es geht um die Poesie beziehungsweise die Kunst des Dichtens. Mit dem Tag soll einerseits darauf aufmerksam gemacht werden, dass viele bekannte Dichter neben dem Schreiben auch einer anderen Tätigkeit nachgegangen sind, andererseits soll dazu aufgerufen werden, selbst am Arbeitsplatz ein Gedicht zu verfassen.

Dass viele Künstler*innen nebenbei noch andere Jobs ausüben müssen, hat damit zu tun, wie unsere Wirtschaft in Deutschland organisiert ist. Denn nicht die Dichter*innen, Schriftsteller*innen, Musiker*innen bestimmen, ob ihre Werke, ihre produzierte Kunst veröffentlicht wird.

Denn ein Gedicht, ein Roman, ein Lied sind in unserer Gesellschaft in erster Linie eine Ware, mit der Geld verdient werden soll. Und den Großteil bekommen nicht diejenigen, die das Lied, das Gedicht, den Roman erschaffen sondern das Unternehmen, welches diese Werke verkauft.

Um möglichst viel Gewinn zu erzielen, müssen möglichst viele Romane, CD’s, Gedichtbände verkauft werden. Und manche Künstler*innen, die in ihren Werken unsere Gesellschaft kritisch hinterfragen finden dann keinen oder nur einen kleinen Verlag, sie können von dem, was ihre Berufung ist, nicht leben. Hier muss über die Bedeutung von Kunst in unserer Gesellschaft, über die soziale Absicherung von Künstler*innen und Alternativen zum kommerziellen Kunstvertrieb nachgedacht werden. Denn Künstler*innen sollen sich frei und kreativ, ohne Angst vor dem Morgen betätigen können.

Annette von Droste-Hülshoff

Heute ist aber auch der Geburtstag von Annette von Droste-Hülshoff (oder der 10.01.1797, da sind sich die Quellen nicht einig).

Annette von Droste-Hülshoff gehörte zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen und Komponistinnen des 19. Jahrhunderts – und das In einer Zeit, in der es noch wenige Frauen schafften, mit ihrer Kreativität in einer Männerdomäne zu wirken und zu bestehen. Ihr Gesicht prägte viele Jahre den 20-DM-Schein.

Und wir wollen unseren Artikel mit einem Gedicht von ihr abschließen.

Mein Beruf
….

So rief die Zeit, so ward mein Amt
Von Gottes Gnaden mir gegeben,
So mein Beruf mir angestammt,
Im frischen Mut, im warmen Leben;
Ich frage nicht ob ihr mich nennt,
Nicht frönen mag ich kurzem Ruhme,
Doch wisset: wo die Sahara brennt,
Im Wüstensand, steht eine Blume,

Farblos und Duftes bar, nichts weiß
Sie als den frommen Tau zu hüten,
Und dem Verschmachten den ihn leis
In ihrem Kelche anzubieten.
Vorüber schlüpft die Schlange scheu
Und Pfeile ihre Blicke regnen,
Vorüber rauscht der Stolze Leu,
Allein der Pilger wird sie segnen.

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