Keine Bühne für Homophobie – auch nicht im Orchestergraben!

Rede von Arno Pfaffenberger bei der Kundgebung „Keine Bühne für Homophobie – auch nicht im Orchestergraben!“, die gemeinsam von mut Oberfranken, die Linke Bayreuth und Bündnis 90/Die Grünen Bayreuth veranstaltet wurde:

Hallo Bayreuth!

Ich bin Arno Pfaffenberger, Vorsitzender des Bezirksverbandes Oberfranken der Partei mut.

Mut zu Solidarität ist ein Leitantrag überschrieben, den wir bei unserem letzten Parteitag verabschiedet haben.

Solidarität ist eine politische Praxis, eine Praxis, die wir auch heute umsetzen.

Zu den Werten von Mut gehört die gesellschaftliche Vielfalt.

Denn Demokratie geht nur geschlechtergerecht und Menschenrechte sind anzuerkennen unabhängig von wirtschaftlichem und sozialem Status, Geschlecht und körperlicher Konstitution, sexueller Identität und Orientierung oder Herkunft.

Wir erleben in Deutschland seit Jahren einen Rechtsruck, der uns gesellschaftspolitisch wieder zurück in längst überwunden geglaubte Zeiten der Vergangenheit zu führen droht.

Herkunft und sexuelle Orientierung sind wieder Gründe für Diskriminierung. Diskriminierung, die sich virtuell und im realen Leben zeigt. Diskriminierung, die sich in verbalen Äußerungen und auch in körperlichen Angriffen, in brutaler Gewalt zeigt.

Gut 313 homo- und transfeindliche Straftaten wurden in Deutschland 2018 registriert.

Diese über 300 vom kriminalpolizeilichen Meldedienst registrierten Straftaten werden in der Kategorie „Sexuelle Orientierung/Hasskriminalität“ erfasst.

Darunter waren 90 Gewalttaten. Die Zahl der Gewalttaten ist von 74 in 2017 auf gut 90 in 2018 angestiegen.

Gut 300 Straftaten, das heißt fast täglich werden Menschen diskrimiert, nur weil sie Menschen des gleichen Geschlechts lieben, weil ihr biologisches Geschlecht nicht dem entspricht, was sie fühlen.

90 Gewalttaten, das heißt jeden 4. Tag wird ein Mensch verletzt, entwürdigt, erniedrigt.

Und dies sind nur die Straftaten, die gemeldet wurden. Die Dunkelziffer ist wesentlich höher.

Heute am internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie sind wir hier, um ein Zeichen zu setzen. Ein Zeichen für universelle Menschenrechte, ein Zeichen dafür, dass wir uns mit Schwulen-, Lesben- und Transfeindlichkeit nie, niemals abfinden werden!

Stellen wir uns der extremen, populistischen und konservativen Rechten entgegen, die queere Menschen in ihren Rechten beschneiden und sie wieder aus dem öffentlichen Leben drängen wollen.

Mut setzt sich ein für:

  • eine Koordinierungsstelle oder eine*n Landesbeauftragte*n – Bayern hat
    Beauftragte für viele Politikfelder. Es wird höchste Zeit, eine*n für queere
    Angelegenheiten einzusetzen. Die Aufgabe hierbei ist es, Maßnahmen zum Abbau der Diskriminierung anzustoßen und zu koordinieren;
  • einen Aktionsplan gegen Diskriminierung und für Akzeptanz wie in anderen
    Bundesländern. Es muss in Bayern eine gezielte Bekämpfung von Homo-, Bi-,
    Trans- und Interphobie und eine Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz geben. Dies ist die Grundlage zur Verhinderung von Hass und Gewalt gegen queere Menschen;
  • eine akzeptanzfördernde Bildung in Bayern. Die Bildungsrichtlinien müssen
    überarbeitet werden und die Akzeptanz queerer Menschen fördern. Wir setzen uns ein für die Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften und die Sichtbarkeit queerer Lebensformen im Unterrichtsmaterial;
  • die Ergänzung von Artikel 3, Absatz 3 im Grundgesetz, um die Merkmale der
    sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität. Bayern muss über den
    Bundesrat dafür sorgen, dass die Diskriminierung queerer Menschen
    verfassungsrechtlich verboten ist. Gleiche Rechte und gleicher Schutz für alle;
  • eine menschenrechtsbasierte Gesetzgebung zur Anerkennung der selbstbestimmten Geschlechtsidentität. Gesetzliche Hürden und Verordnungen müssen beseitigt, die geschlechtliche Selbstbestimmung ermöglicht werden;
  • ein Verbot medizinisch nicht notwendiger Eingriffe an intersexuellen Menschen ohne die Einwilligung der Betroffenen, die nur zu dem Zweck erfolgen, den Menschen an eine geschlechtliche Norm anzupassen;
  • die rechtliche Anerkennung und Absicherung von Kindern in Regenbogenfamilien. Regenbogenfamilien sind Teil der Familienvielfalt und müssen deshalb gleiche Rechte wie andere Familien haben;
  • eine menschenrechtskonforme Flüchtlings- und Integrationspolitik für queere Geflüchtete. Geflüchteten Menschen gilt unsere Unterstützung und Solidarität. Queere Geflüchtete haben noch ganz andere Bedarfe, auf die in geeigneter Weise eingegangen werden muss;
  • ein glaubwürdiges weltweites Eintreten für Entkriminalisierung und Akzeptanzförderung queerer Menschen. Bayern muss Botschafter für eine offene Gesellschaft werden und aktiv für Menschenrechte für alle eintreten;
  • eine menschenrechtsbasierte Gesetzgebung zur Anerkennung der selbstbestimmten Geschlechtsidentität: Gesetzliche Hürden und Verordnungen müssen beseitigt, die geschlechtliche Selbstbestimmung (inklusive der „dritten Option“) allen ermöglicht werden.

Dafür setzen wir uns zusammen mit den Organisationen der Betroffenen auch außerparlamentarisch ein.

Der Kampf für gesellschaftliche Vielfalt ist in der DNA von mut. Dafür stehen wir und setzen uns ein – hier und heute – bis es nicht mehr akzeptiert wird, dass berühmte Menschen sich über Menschenrechte hinweg setzen. Bis es völlig normal ist, dass Menschen sich lieben, egal, welchen Geschlechts. Liebe statt Hass!


 

Global Marijuana March 2019

Rede von Nicole Britz zum Global Marijuana March 2019 in München:

Ich bin Nicole Britz, Gründungsmitglied der Partei Mut

Ein bisschen was aus eigener Erfahrung…

Vor kurzem starb mein Vater. Er hatte vor seinem Tod morphiumhaltige Schmerzmittel bekommen. Als wir den Apotheker fragten, wie nach dem Tod mit der Rückgabe ablaufen würde, hieß es: Werfen Sie es in den Hausmüll!

Das war übrigens auch die Antwort, die wir überall sonst bekommen haben.

Moment mal!

Ein Betäubungsmittel, dessen Aushändigung akribisch dokumentiert werden muss, kann danach nicht an die Apotheke zurückgegeben werden, weil die das Zeug aus einer Quelle bekommen würden, die das Mittel gar nicht haben dürfte, weil es ja dem Kranken und nicht den Hinterbliebenen verschrieben wurde.

Logisch oder?

Das mit der akribischen Dokumentation der Rückgabe ist deswegen schwierig und kompliziert. Also werden die Hinterbliebenen aufgefordert, die Betäubungsmittel in den Hausmüll zu werfen. Ob und wie man den Einwurf in die Mülltonne dokumentieren soll und ob man eventuell einen Notar dazu bitten muss, konnte uns keiner sagen.

Mit anderen Betäubungsmitteln ist der Umgang hingegen weniger entspannt..

Medizinisches Cannabis ist theoretisch verschreibungsfähig. Praktisch verschreiben es viele Ärzt*innen nicht.
Aus Unkenntnis?
Aus Sorge?
Aus Ablehnung?

Patient*innen, die es dann doch geschafft haben, eine Verschreibung zu bekommen, haben dann wiederum häufig Schwierigkeiten mit den Hüter*innen des Gesetzes.
Betroffene berichten von allerlei Schikanen.
Viele der heute Anwesenden können hierzu sicher abendfüllend berichten.

Des weiteren referierte die für die Razzien in Münchner Hanfläden zuständige Staatsanwältin ausführlich in einem Zeitungsinterview über THC-Anteile von maximal 0,2% in Hanfprodukten, damit diese zB in Körperpflege verwendet werden dürfen. Ich als Nicht-Juristin versuche es mal zusammenzufassen: Es müssen ziemlich viele Bedingungen erfüllt sein, damit du nicht für den Kauf einer Hautcreme mit Hanf verknackt wirst.

Das ist besonders verstörend, wenn man bedenkt, dass jedes Jahr in München die größte Drogenparty der Welt stattfindet. Während andernorts Marihuana inzwischen legalisiert ist – oder sich auf dem Weg der Legalisierung befindet, wird gerade in Bayern unvermindert hart durchgegriffen.

In dem Bundesland, wo der Bierkonsum glorifiziert wird, geht man gegen Cannabiskonsument*innen weiterhin unerbittlich vor. Schon der Besitz kleinster Mengen wird bestraft und hält die Justiz beschäftigt.
Und die beschäftigt sich dazu schon mal mit Körperlotion.

Irgendwann stand in der Zeitung, dass Polizei und Staatsanwaltschaften sehr stolz drauf sind, wie unerbittlich sie in der Cannabisfrage vorgehen.
Dabei hat sich selbst im Mutterland des „Krieges gegen Drogen“ – den USA – die Erkenntnis durchgesetzt, dass dieser Krieg sinnlos ist. Und vor allem sehr sehr teuer.

Die derzeitige Drogenpolitik ist für die an ihr beteiligten Staaten vor allem eines – ein Verlustgeschäft.

Um den vermeintlichen „Idealzustand“, also die weitestgehende Abstinenz von illegalen Drogen, zu erreichen, gab der deutsche Staat in den 2000ern pro Jahr bis zu 4,6 Milliarden Euro für Präventions-, Interventions- und Repressionsmaßnahmen aus.
Inzwischen wird die Freigabe nicht nur durch Drogenkonsument*innen gefordert, sondern auch von zahlreiche Expert*innen.
Auch Strafrechtsprofessor*innen finden sich unter ihnen, ihr Fazit zur derzeitigen Drogenpolitik lautet: „gescheitert, sozialschädlich und unökonomisch“.

Wir brauchen eine neue Drogen- und Suchtpolitik und die Freigabe von Cannabisprodukten, nicht nur für medizinische Anwendungen.

Und gerade bei diesen auch Aufklärung von Mediziner*innen über Chancen, Nutzen und Risiken dieser Medikation.
Statt Geld in die Kriminalisierung von Konsument*innen und die mittelbare Förderung von Drogendealer*innen zu stecken, könnten hier Steuern generiert werden, die zumindest teilweise in eine ideologiefreie Suchtpolitik investiert werden müssen, die berät und informiert, statt unabhängig vom tatsächlichen Gefahrenpotential der Substanz zu kriminalisieren.

Mut fordert die Entkriminalisierung bzw. regulierte Abgabe von Cannabis. Dies entlastet die zuständigen Polizeibehörden, Staatsanwaltschaften, Gerichte und auch die Steuerkassen.

Ausserdem fordern wir die Einrichtung geschützter Drogenkonsumräume mit medizinischem Fachpersonal, in denen kontrolliert konsumiert werden kann.
Wir brauchen Mut für neue Wege in der Drogenpolitik!


 

mut formiert sich für die Zukunft

mutiger Parteitag in Riedering am 1. Mai

mut formiert sich für die Zukunft

Susanna Steinberg und Jörg Linke zu neuen Vorsitzenden gewählt. Claudia Stamm und Stephan Lessenich gehören weiterhin dem Vorstand der Partei mut an.

mut unterstützt „Fridays for Future“, mahnt zu mehr Solidarität gegenüber Geflüchteten in Europa und fordert einen radikalen Umbau unserer Wirtschaft.

 Am „Tag der Arbeit“ trafen sich 70 Mitglieder der Partei mut zum 2. ordentlichen Parteitag in Riedering bei Rosenheim, um ein umfangreiches Aufgabenpaket abzuarbeiten. Neben der Beratung von 28 Anträgen standen vor allem die Vorstandswahlen am Nachmittag auf dem Programm.

Dort wurden Susanna Steinberg und Jörg Linke zu neuen Vorsitzenden gewählt. Die Grafikerin Steinberg aus dem oberfränkischen Marktredwitz freut sich auf die neue Aufgabe:„Ich will mut voranbringen und mit dazu beitragen, dass die Kommunalwahl 2020 für uns ein Erfolg wird.“

Der Münchner Weinhändler Jörg Linke, der bereits in den letzten Monaten den alten Vorstand unterstützt hatte, will die Partei auf breitere Füße stellen. „Wir brauchen bessere Strukturen, in denen mehr Mitglieder erfolgreich politisch arbeiten können.“

Zuvor hatten die scheidenden Vorsitzenden Stephan Lessenich und Claudia Stamm in emotionalen Reden erklärt, warum die beiden Gründungsvorstände und ideellen Eltern der Partei zwar weiterhin dem Vorstand angehören, ihm aber nicht mehr vorsitzen.

„Seit dem Tod von Hajü haben sich die Prioritäten in meinem Leben verschoben, sie mussten sich verschieben. Ich brauche jetzt mehr Energie für meine Kinder und mich, das ist mit dem Vorsitz einer sich im Aufbau befindenden Partei nicht vereinbar“, erklärte Claudia Stamm.

Der Mann der ehemaligen Landtagsabgeordneten war in der Nacht nach dem ersten Parteitag 2018 überraschend verstorben. In einer Schweigeminute zu Beginn des Parteitags gedachten die Mitglieder ihrem Gründungsmitglied Hajü Staudt.

Stephan Lessenich, Professor für Soziologie an der LMU München, begründete seinen Amtsverzicht mit der Vielzahl seiner sonstigen Verpflichtungen: „mut braucht jetzt Menschen, die die Partei organisieren. Dazu fehlt mir schlicht die Zeit.“Auch deswegen, weil er in Kürze noch einmal Vater wird.

Den paritätisch besetzten Vorstand ergänzen Schatzmeister Dietmar Hölscher, der kommissarisch dieses Amt bereits in den letzten Monaten ausgeübt hatte, sowie Julian Höfner, Marion Ellen und Marie-Luise Kunst.

Am Vormittag berieten die Mitglieder mehrere Anträge, darunter den Leitantrag des Vorstandes zu Solidarität sowie mehrere Antragspakete, u.a. zu den Themen Klimaschutz, Abrüstung und Verteidigung.

Im angenommenen Leitantrag „mut zur Solidarität“ sprach sich der Parteitag für mehr Solidarität mit Geflüchteten aus, etwa für die Entkriminalisierung der Seenotrettung, einen sofortigen Stopp aller Abschiebungen, einen gesicherten Aufenthaltsstaus für Geflüchtete und die Abschaffung der großen Aufnahmeeinrichtungen und Ankerzentren.

Mit Blick auf die anstehende Europawahl fordert mut eine Stärkung des Europaparlamentes und ein Ende der Sparpolitik. Nachdrücklich plädiert die Partei  für ein soziales Europa, das durch Umverteilung zwischen Reich und Arm mehr Gerechtigkeit schafft und soziale Not lindert. mut befürwortet eine Beschneidung von Macht und rücksichtslosem Profitstreben vor allem durch große Konzerne, etwa durch eine deutliche Stärkung der betrieblichen Mitbestimmungsrechte bis hin zur ultima ratio, der Überführung von Konzernen in Gemeineigentum, dort wo es im Sinne des Gemeinwohls unerlässlich ist oder wo unsere natürlichen Lebensgrundlagen massiv bedroht werden.

Mit zwei Anträgen beschlossen die Mitglieder umfangreiche Maßnahmen zur Demilitarisierung, wie einen Abbau der deutschen Rüstungsausgaben, die Schließung der NATO-Basis in Ramstein oder eine wesentlich strengere Kontrolle von Rüstungsexporten. Die NATO soll reformiert und demokratisiert werden.

Nachdem der Parteitag eine Reihe von Vorschlägen zum Klimaschutz beschlossen hatte, warben zwei Aktivistinnen von „Fridays for Future“ in einem Gastbeitrag für den sofortigen und umfangreichen Klimaschutz. Mit einer einstimmig angenommenen Resolution unterstützt der Parteitag die streikenden Schüler*innen. „Solidarität ist gerade wichtig mit Aktivist*innen, die sich zum Teil massivem Druck von Schulen, Kultusbürokratie und in wachsendem Maße auch der etablierten Parteien von ganz rechts bis grün ausgesetzt sehen“, sagte Claudia Stamm.

„Wir stellen uns jetzt gut für die Kommunalwahlen 2020 auf“, sagte Jörg Linke nach dem Parteitag. „Wir werden die Partei weiter aufbauen und versuchen, in möglichst vielen Städten und Gemeinden vertreten zu sein“, so Susanna Steinberg. „Bayern braucht definitiv mehr mut!“


 

PAG – Thema beim mut-Stammtisch in München

Pressemitteilung mut 07.05.2019

Wie sieht es aus mit dem PAG? mut-Stammtisch widmet sich dem aktuellen Stand beim Polizeiaufgabengesetz.

Die Partei mut lädt am Montag den 13.5.2019 zu ihrem Mai-Stammtisch ins Hofbräuhaus am Platzl 9, München ein.
Der  Sprecher des Bündnisses noPAG Joerg Jovy, Claudia Stamm und Stephanie Dilba von den Löwenfans gegen Rechts, werden mit den Teilnehmenden des Stammtisches  und Mitgliedern über die aktuellen Entwicklungen beim Polizeiaufgabengesetz diskutieren und Fragen beantworten.

Im März hatte Innenminister Herrmann Nachbesserungen beim PAG angekündigt, die die ehemalige Landtagsabgeordnete Claudia Stamm bei den Beratungen im Landtag immer wieder angemahnt hatte. „Wenn die Regierung jetzt ihre Fehler korrigiert, ist das ein erster Schritt in die richtige Richtung“, kommentiert Claudia Stamm die jüngsten Entwicklungen.

Auch interessierte Bürger*innen, die (noch) nicht Mitglied von mut sind und sich über die Ziele und Grundsätze von mut informieren oder mitdiskutieren möchten, sind herzlich zu dieser Veranstaltung eingeladen. Ebenso Pressevertreter*innen.

 

Datum: 13.5.2019
Uhrzeit: 20:00 Uhr
Ort: Hofbräuhaus, Platzl 9, 80333 München

Die Einladung richtet sich ausdrücklich auch an Nichtmitglieder.


 

Stephan Lessenich: „Es muss versucht werden die EU von innen zu demokratisieren“

Beitrag der Mittelbayerischen über die Veranstaltung im Leeren Beutel, bei der die Listenkandidatin von DiEM Krisztina André, die Gründer der Partei mut, Claudia Stamm und Stephan Lessenich, und der Politiker Yanis Varoufakis über die Zukunft Europas diskutierten.

Mit Blick auf das Thema der Fluchtmigration nach Europa sagte Claudia Stamm: „Es gab in Deutschland keine Krise wegen der Flüchtlinge, wir mussten nur etwas von unserem Wohlstand abgeben, an die, die fliehen müssen, weil wir diesen Wohlstand haben.“

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Resolution zur Fridays for Future Bewegung

Einstimmig beschlossen die Mitglieder von mut auf ihrem Parteitag am 1.5.2019 folgende Resolution zur Fridays for Future Bewegung:

Die Partei mut unterstützt die Fridays for Future – Bewegung und lehnt jede Art von Repressalien gegenüber denjenigen ab, die sich für die Erhaltung unseres Planeten einsetzen.

mut solidarisiert sich mit denjenigen, die freitags auf die Straße gehen und für eine andere Klimapolitik streiken. Sie haben etwas Wesentliches verstanden, was viele Erwachsene nicht sehen können: Dass sich immer wieder nichts ändert, obwohl alle immer wieder betonen, sie wollten etwas ändern. Statt Veränderungen jetzt, gibt es immer nur Versprechungen für Verbesserungen in ferner Zukunft.

Unabhängig davon, ob sie mit jeder einzelnen Ihrer Forderungen recht haben, erklärt sich mut solidarisch mit den Beweggründen der Streikenden und mit Ihrem radikalen Bestehen darauf, dass Veränderungen jetzt sein müssen. Auf den Ratschlag, sie sollten lieber erst Expert*innen werden, weil sie dann viel besser etwas ändern könnten, haben die Schüler*innen selbst die beste Antwort: Die wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt es bereits — und trotzdem ändert sich nichts.

Mut zur Veränderung geht nur gemeinsam!


Weitere Artikel zum Thema finden Sie hier.


 

Mein Weg zu mut – Regina

Wer ist das? Die da bei mut mitmachen?
Wer steckt hinter mut? – Ein paar Beispiele haben wir Euch schon gezeigt [Mein Weg zu mut] Wir haben sie alle gefragt, was sie bewegt und was sie bewegen wollen, wer ihre Vorbilder sind oder wie die Gesellschaft in 20 Jahren aussehen sollte.

Heute stellen wir Euch Regina Schmitz vor, sie war Kandidatin zur Landtagswahl 2018 auf Platz 2 für den Bezirk Schwaben.

Hier sind ihre Geschichten.
Die Menschen hinter mut:

Regina Schmitz, 54

Ich habe mich noch nie politisch engagiert, naja gut, ich war auf vielen CSDs in München, aber ich war noch nie in einer Partei.
Mir ist so vor 2 Jahren der innerliche Kragen geplatzt wie ich gesehen habe wie unsere Politiker*innen mit den Menschen umgehen die aus Ihrer Heimat flüchten mussten!
Und dann dieser Rechtsruck. Ich habe früher immer gedacht, wie ich mich wohl in den Jahren 1939 bis 1945 verhalten hätte. Ich bin mir sicher ich wäre keine Widerstandskämpferin gewesen.

Aber heute ist die Situation komplett anders. Ich muss nicht um mein Leben fürchten. Und ich will etwas gegen diesen Rechtsruck unternehmen!

Ich habe mut über Claudia Stamm in Facebook kennengelernt. Dann bin ich im Herbst 2017 mal zu einem Stammtisch und war sehr beeindruckt von den engagierten Menschen dort.

Schon gleich beim 2ten Besuch habe ich das Mitgliedsformular unterschrieben 🙂 und schwupps wenige Monate später war ich auf der Liste zur Landtagswahl.

Das war eine sehr anstrengende aber tolle Zeit. Ja ich war enttäuscht, dass wir nicht genügend Menschen erreichen konnten. Mein Idealismus hätte für viele Menschen mehr gereicht ;-).
Aber, Kopf in den Sand stecken gibt es nicht. Es stehen die Kommunalwahlen an, und da können wir uns weiterhin bekannt machen. Und zu den nächsten Landtagswahlen holen wir die 5% 🙂

Vorher wollen wir aber noch ordentlich wachsen, daher lade ich Dich herzlich ein, wo immer Du wohnst, komm doch mal zu einem Stammtisch vorbei. Du wirst sehen, da sind engagierte, politische Menschen die Politik mal anders machen wollen. Und das ist, was wir dringend benötigen.


 

Mein Weg zu mut – Andrea

Wer ist das? Die da bei mut mitmachen?
Wer steckt hinter mut? – Ein paar Beispiele haben wir Euch schon gezeigt [Mein Weg zu mut] Wir haben sie alle gefragt, was sie bewegt und was sie bewegen wollen, wer ihre Vorbilder sind oder wie die Gesellschaft in 20 Jahren aussehen sollte.

Hier sind ihre Geschichten.
Die Menschen hinter mut:

Andrea Stickel

Ich habe schon früh die Arbeit von Claudia Stamm und „Zeit zu handeln“ verfolgt und nervige Fragen auf den Stammtischen gestellt („Ihr knackt doch nie die 5 % – ist das nicht umsonst?“).
Ein knappes Jahr später wurde ich mut-Mitglied. Die Menschen, die für mut stehen, überzeugten mich mit ihrer Integrität – und das Argument, dass man politische Veränderungen auf politischer Ebene angehen muss.

mut ist für mich DIE Menschenrechtspartei.

Ich habe die Phase der Parteigründung als sehr inspirierend erlebt. Endlich war da eine große Gruppe Menschen, die deutlich für ihre humanistischen Werte einstehen.

Mutige Visionen:
Kurz und knapp: Eine friedliche, gerechte, ökologische Welt, in der alle Menschen ohne Diskriminierung frei leben können.

Konkret:

  • Klima schützen
  • Fluchtursachen bekämpfen
  • Hartz IV abschaffen
  • Kindergrundsicherung einführen
  • AnKER-Zentren schließen
  • Geflüchtete dezentral in Wohnungen unterbringen
  • Waffenexporte verbieten
  • Einfluss der Auto-Lobby & Co. unterbinden
  • SUV-Zulassungen beschränken (auf Förster*innen…)
  • Vielfalt
  • Geschlechtergerechtigkeit
  • LGBTI*-Rechte durchsetzen
  • Gender Pay-Gap unterbinden
  • #NoPAG
  • Wahlrecht auf allen Ebenen für alle Menschen ab einem Alter von 15, die hier leben….

Das mutigste was ich je getan hab? Ehrenamtliche Begleitung eines Gefangenen und ziviler Ungehorsam.

Meine Vorbilder sind die Menschen, die 2013 am Rindermarkt für ihre Rechte in den Hungerstreik getreten sind. Sie haben mich mit ihrem Mut und ihrer Entschlossenheit nachhaltig beeindruckt.

Mein mutiges Vorbild ist Claudia Stamm.

Nach vielen Jahren Engagement rund um das Thema Asyl habe ich 2015 als 3. Ausbildung begonnen, Soziale Arbeit zu studieren und werde im Sommer als Bachelor abschließen. Zudem arbeite ich weiterhin als Journalistin für Technik und Wissenschaft. Mein erster Abschluss ist Diplom-Ingenieurin. 2015 habe ich zusammen mit Cornelia von Schelling die Refugio-Anthologie „Die Hoffnung im Gepäck“ (Allitera) herausgegeben.

Ich unterstütze die Arbeit von Refugio München, des Bayerischen Flüchtlingsrats, der Flüchtlingspaten Syrien sowie von München Anders. Und bin Komplizin des Zentrums für Politische Schönheit.

Neben mut bin ich Mitglied im Deutschen Berufsverband für Soziale Arbeit sowie beim Bayerischen Journalistenverband.


 

Mein Weg zu mut – Eva

Wer ist das? Die da bei mut mitmachen?
Wer steckt hinter mut? – Ein paar Beispiele haben wir Euch schon gezeigt [Mein Weg zu mut]

Heute stellen wir Euch Eva vor.

Wir haben sie alle gefragt, was sie bewegt und was sie bewegen wollen, wer ihre Vorbilder sind oder wie die Gesellschaft in 20 Jahren aussehen sollte.

Hier sind ihre Geschichten.
Die Menschen hinter mut:

Eva Apfl, 25

Ich habe mich entschieden mut-ig zu sein, da ich die verstärkte politische Veränderung nach rechts als sehr bedrohlich empfand und empfinde. Für mich war Mut ein Zeichen für Solidarität, Stärke und Humanität.

Ich war nie wirklich in einer Partei aktiv. Ehrlich gesagt habe ich mich erst mit dem 20. Lebensjahr für Politik interessiert. Mir wurde immer mehr klar, dass meine Beteiligung an Wahlen eine der besten Möglichkeiten ist sich bei uns aktiv in der Demokratie einzubringen. Als ich zum ersten Mal von mut gehört habe, war ich zugegebenermaßen skeptisch.

Aber als ich mich mit dem Parteiprogramm auseinandergesetzt habe, war für mich klar: diese Partei hat echt was drauf!

Ich möchte, dass wir alle etwas mutiger werden! Ich möchte etwas bewegen und junge Menschen für Politik begeistern!

Das mutigste was ich je getan habe? Ich habe mich meiner Essstörung gestellt und habe mich zurück ins Leben gekämpft. Ich habe mein Körperbild wieder völlig neu lieben gelernt.

Vorbilder? Ich glaube das beste Vorbild ist jede*r selbst und natürlich unsere Claudia! 😉

Ich liebe Kochen, Backen und Kino. Manchmal suche ich auch Tupperdosen im Wald, was man im Fachjargon Geocaching nennt 😉 oder ich trete auf dem ein oder anderen Poetry Slam auf oder man sieht mich in einem LGBT Jugend Zentrum wo ich sehr zeitintensiv ehrenamtlich arbeite.

Auf jeden Fall wird es mit mir nie langweilig!


 

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