Jetzt das sozialökologische Praxisjahr in Schulen einführen!

Durch die Debatten über ein verpflichtendes soziales Jahr angeregt, schlägt das Forum Bildung von mut Bayern vor, im 9. Schuljahr ein Jahr vergleichbar mit dem FSJ einzuführen, welches durch die Schule begleitet wird. Das Ziel ist es den Heranwachsenden Einblick in die Arbeitswelt, das Leben von pflege- und hilfsbedürftigen Menschen bzw.  der ökologischen Landwirtschaft zu gewähren und ihnen wichtige soziale Kompetenzen zu vermitteln. Dabei dürfen die Praktikant*innen nicht als zusätzliche Arbeitskraft nur der Einrichtung zu Gute kommen, sondern müssen auch durch eine Anleitung pädagogisch betreut werden.

Der Wissenschaftler Harald Lesch schlug vor, dass Schüler*innen mit ca. 15 Jahren ein Jahr lang den klassischen Unterricht aussetzen und stattdessen einer praktischen Tätigkeit ihrer Wahl nachgehen sollten. Neurobiologisch ist dies sinnvoll, da sich das Gehirn in diesem Alter in einem starken Umbauprozess befindet, welcher das Erlernen von theoretischem Wissen erschwert. Die erhöhte Neugier und Risikobereitschaft der Jugendlichen führt dagegen dazu, dass sie gerne neue Dinge ausprobieren möchten und praktische Erfahrungen vorziehen.

Diese Notwendigkeit mündet zwangsläufig in einer Veränderung des Lehrplans, welche spätestens seit der Umstellung auf das G8 dringend erforderlich ist. Viele Lerninhalte werden nicht benötigt, andere wiederum fehlen, obwohl sie relevant wären.

Durch eine „Entrümpelung“ des Lehrplans würden die Jugendlichen im Praxisjahr keinen Unterrichtsstoff verpassen. Ein weiterer positiver Effekt dieses sozialen/ökologischen Jahres wäre die Durchmischung Jugendlicher aus den unterschiedlichen Schulformen, welche der Spaltung der Gesellschaft entgegenwirkt. Die Aufwertung von sozialen Berufen wäre ein weiterer Effekt dieses Projekts. Wie bereits bei FSJ-lern festzustellen ist, prägen diese Erfahrungen und dies ist grundsätzlich gesellschaftlich zielführend.

Durchführung

In allen Schulformen wird das praktische soziale Jahr in der 9. Klasse eingeführt. Bei Trägern, die mit der Schule zusammenarbeiten und ein Zulassungszertifikat erhalten haben, absolvieren die Schüler*innen ihr Praxisjahr. Dabei arbeiten sie vier Tage in der Einrichtung und an einem Tag in der Woche gehen sie zur Schule, halten Rücksprache mit den Lehrkräften, reflektieren die Praktikumsstelle und besprechen die verfassten Praktikumsberichte. Dieser eine Schultag pro Woche kann darüber hinaus zur gezielten schulischen Förderung und dem Schließen von Wissenslücken genutzt werden.

Träger können soziale Einrichtungen, wie Kindergarten oder Pflegeheime, ökologische Landwirtschaften oder gemeinwohlorientierte Unternehmen und Projekte sein.  Auch die Inklusion kann z.B. durch den Schulbegleitungsdienst gezielt gefördert werden. Die Träger arbeiten dabei eng mit den Schulen zusammen, wobei das Organisatorische überwiegend von der Schulverwaltung erledigt wird, um die Träger zu entlasten.

Das Praxisjahr für alle ist auch ein Schritt zur Erfüllung der 17 Ziele der Agenda 2030, im Sinne von Bildung für nachhaltige Entwicklung. Die Agenda wurde 2015 von allen Mitgliedern der Vereinten Nationen einstimmig verabschiedet.

Unser PDF mit FAQs dazu (51 KB)

Offenes mut-Treffen in Augsburg – Themenschwerpunkt Kinder/Bildung

Am 7. August 2020 fand ein bildungspolitisches mut-Treffen in der Mühle Dreizehn in Augsburg statt.

Unsere Themensprecherin Anja Milosevic sprach über die Hauptprobleme in unserem Bildungswesen: Es ging nicht nur um erhebliche Rückstände in der Digitalisierung sondern vor allem darum, dass das gesamte Schulsystem die Kinder zu wenig zum selbstständigen und selbstbestimmten Lernen motiviert und Kinder aus bildungsfernen Familien grundsätzlich vernachlässigt. Unter anderem wurde die Gemeinschaftsschule als erstrebenswertes Model vorgestellt.

Fazit des Abends war, dass eine grundlegende Reform des Bildungssystems ein wesentlicher Schlüssel zu einer solidarischen, gerechten und nachhaltig wirtschaftenden Gesellschaft darstellt.

 


 

Offenes mut-Treffen in Augsburg – Themenschwerpunkt Kinder/Bildung

 

Wir wollen Euch sehr herzlich zu unserem Treffen in Schwaben einladen.

Unsere Themensprecherin Anja Milosevic rückt an diesem Abend das Thema Bildung in den Mittelpunkt: Ist der digitale Rückstand im Bildungswesen das Hauptproblem, dass durch die Corona-Krise verstärkt zu Tage gekommen ist? Oder wird viel mehr deutlich, dass das gesamte Schulsystem die Kinder zu wenig zum selbstständigen und selbstbestimmten Lernen motiviert und Kinder aus bildungsfernen Familien grundsätzlich vernachlässigt? Wie sollte das Schulsystem gestaltet werden, damit alle Kinder ihr Potential optimal entfalten können? Was für ein Gewicht sollte die Förderung der sozialen Kompetenz haben?

Datum: Freitag, 7. August 2020

Uhrzeit: 19:00 Uhr

Ort: DREIZEHN (in der Kresslesmühle), Barfüßerstr. 4, 86150 Augsburg, muehle-dreizehn.de

Gern stehen wir an diesem Abend auch für allgemeine Fragen zur Partei mut zur Verfügung, wenn Ihr wissen möchtet, was uns bewegt, wofür mut steht und wie Ihr vielleicht selbst mitmachen könnt. 

Die Einladung richtet sich ausdrücklich auch an Nichtmitglieder.

Vor Ort gelten natürlich die aktuellen Hygienebestimmungen.

Einlassvorbehalt

Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische, homo-/transphobe oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen.


 

Treffen vom mut-Forum Bildung

Was? Treffen mut-Forum Bildung
Wann? Montag, den 11.06. um 19 Uhr
Wo? Schoberwirt in der Ohlmüllerstr. 20, 81541 München

Thema (unter anderem): Überarbeiteter Programmentwurf Landtagswahlkampf

Es ist wieder soweit! Das mut-Forum Bildung trifft sich – diesmal im Schoberwirt in München. Beim letzten Treffen sprachen wir über den ersten Programmentwurf zum Thema Bildung. Diesmal werden wir unter anderem über die überarbeitete Version sprechen.

Bitte zur Veranstaltung anmelden

Um eine Anmeldung wird gebeten an: sebastian.felsner@mut-bayern.de

Eingeladen sind alle Bildungsinteressierten! (Parteimitgliedschaft ist keine Voraussetzung der Teilnahme)

Ich freue mich auf ein schönes Treffen!

Sebastian Felsner
Sprecher mut-Forum Bildung


Einlassvorbehalt: Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische, homo- / transphobe oder sonsige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen.


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