Feministischer Kampftag 8.03.2021 Ein Kommentar von Christine Deutschmann zum internationalen Frauentag

Feministischer Kampftag 8.03.2021

Feministischer Kampftag 8.03.2021

Ein Kommentar von Christine Deutschmann zum internationalen Frauentag:

Erleben wir einen Rollback?

Wo stehen wir, wo wollen wir hin? Erleben wir einen Rollback? Die Corona-Pandemie bringt an die Oberfläche, worauf Feminist*innen schon immer hingewiesen haben. Wenn es hart auf hart kommt, soll die Frau und Mutter zurück an den Herd und sich um die Kinder kümmern. Unabhängig davon, ob sie einen eigenen Beruf hat und ihre Karriere aufs Spiel setzt, Sorgearbeit ist im Verständnis eines Großteils der Gesellschaft weiterhin Frauensache.
Es wird als selbstverständlich gesehen, dass Sorgearbeit auch im privaten Bereich hauptsächlich von Frauen geleistet wird. Kinder haben auch Väter. Doch durch die weiterhin eklatante Ungleichheit in der Entlohnung von Frauen und Männern, ist in der Regel der Mann der „Hauptverdienende“. Viele Mütter arbeiten zudem in Teilzeit um sich um die Kinder zu kümmern. Daraus resultiert auch, dass Armut ein Gesicht hat. Dieses Gesicht ist weiblich und es ist alt. Eine Frau bekommt im Durchschnitt 35 % weniger Rente als ein Mann und ist erheblich mehr gefährdet, in die Altersarmut zu rutschen.

Weiterhin werden überkommene Rollenbilder vorgelebt und anerzogen

Auch in unserer angeblich so aufgeklärten Zeit werden Kindern weiterhin oft völlig überkommene Rollenbilder vorgelebt und anerzogen. Mädchen spielen mit Puppen, Jungs mit Autos, Mädchen tragen Rosa, Jungs dürfen Einhörner nicht toll finden. Wenn ein Mädchen mit Autos spielt statt mit Puppen, ist sie kein „richtiges Mädchen“. Papa arbeitet, Mama bleibt zu Hause, wenn die Kinder krank werden.

Und nun, während des Lockdowns und der geschlossenen Schulen und Kitas lernen die Kinder, dass auch wieder die Mutter zu Hause bleibt, Homeoffice, Homeschooling und Haushalt koordinieren muss und viele Väter weiterhin täglich an ihre Arbeitsstelle fahren.
Im letzten Jahr war eine Forderung des Frauen*streik zum 1. Mai, die Finanzierung staatlich bezahlter Jobpausen an paritätische Vorgaben zu koppeln. Das bedeutet, nur wenn beide Partner*innen sich die Sorgearbeit zu je 50% teilen, gibt es staatliche Unterstützung. Dies würde die Ungleichheitsspirale unterbrechen und für eine fairere Verteilung sorgen.
Doch nicht nur hier muss umgesteuert werden. Es muss eine Aufwertung der, vor allem von Frauen geleisteten Sorgearbeit geben. Die Gehälter für Pflegende müssen erheblich steigen, die Arbeitszeiten- und bedingungen müssen dringend verbessert werden. Nur Klatschen reicht nicht.

Gleichberechtigte Sorgearbeit

Es muss in der Gesellschaft akzeptiert werden, dass Mütter und Väter in gleichem Maße für ihre Kinder verantwortlich sind und sich auch gleichberechtigt die Sorgearbeit teilen. Väter, die in Elternzeit gehen, dürfen beruflich keine Nachteile erfahren. Zur Zeit nehmen laut statistischem Bundesamt nur etwa 30 % aller Väter in Deutschland Elternzeit in Anspruch, die meisten nur für zwei oder drei Monate. Arbeitgeber müssen anerkennen, dass diese Männer verantwortungsbewusst ihrer Pflicht als Väter nachkommen und entsprechend honorieren und fördern, dass Väter die volle Zeit die ihnen zusteht, auch in Anspruch nehmen.
Bis wir das erreicht haben, haben wir noch einen langen Weg vor uns. Solange unsere Regierung zu 2/3 aus Männern besteht und der Frauenanteil in Führungspositionen in der Wirtschaft noch geringer ist, wird sich da auch wenig ändern. Wir brauchen mutige Frauen, die für unsere Gleichberechtigung kämpfen und mutige Männer die respektieren, dass Frauen gleiche Rechte wie Männer und Männer gleiche Pflichten wie Frauen haben.

Christine Deutschmann
Vorsitzende des Bezirksverbandes Mittelfranken

Stadtführung „Frauen in Giesing“

Frauen in Giesing – Stadtführung mit Stephanie Dilba

Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März lädt Stephanie
Dilba zu einer ganz besonderen
Stadtteilführung durch ihre Wahlheimat Giesing ein:

Auf einem Spaziergang erzählt sie Geschichten von ganz verschiedenen
Frauen – von Frauen, die in Giesing geboren wurden; von Frauen, die aus
Giesing vertrieben wurden; von Frauen, die in Giesing Zwangsarbeit
leisten mussten; von Frauen, die in Giesing ihren besonderen Fußabdruck
hinterließen; von Frauen, die in Giesing ermordet wurden.

Weiterlesen „Stadtführung „Frauen in Giesing““

Solidaritätsaktion mit den Frauen in Chile

Münchner Solidaritätsaktion mit den Frauen in Chile
Vielen Dank an die Organisatorinnen, dass wir dabei sein durften. mut solidarisiert sich mit allen Frauen, die Unterdrückung und Gewalt erfahren haben.

 

Marion Ellen sprach für mut:

„Liebe alle,
Es war nicht meine Schuld – wo ich war oder was ich trug – Der Vergewaltiger warst Du. *

Keine Frau der Welt ist oder war jemals schuld, wenn sie vergewaltigt wurde.

Niemals. Never. Nunca.

Y la culpa no era mia,
ni dónde estaba,
ni cómo vestía*

Jede Frau jedes Mädchen bekam und bekommt Ratschläge, die verhindern sollen, dass sie Opfer von Vergewaltigungen von Männern werden.
Geh nicht spät raus
geh nicht durch den dunklen Park,
geh nicht allein, zieh Dich nicht so an.

Ist das der Grund, dass das Opfer fast mitangeklagt wird?
Eine Mitschuld angedichtet und eingeredet bekommt – weil sie es nicht geschafft hat zu verhindern, dass sie vergewaltigt wird?

Was wäre, wenn wir nicht nur Opferberatungsstellen hätten, sondern auch „potentielle Täter“- Beratungsstellen? Solche die verhindern, dass Täter Täter werden?
Was wäre, wenn Jungs Tipps bekämen?
Was wäre, wenn sie über Gefühle und ihren Umgang reden?
Was wäre, wenn Männer Männern Tipps zum Stressabbau geben würden?
Was wäre wenn in Männerzeitschriften Artikel zum Umgang mit Frustration etc zu finden wären?
Was wäre wenn Väter ihren Söhnen dies alles raten würden, damit ihre Söhne keine Täter werden.

Seit Jahrhunderten probieren wir es anders rum – wir versuchen nicht Opfer zu werden –
Es hat nicht funktioniert!

Es war nicht meine Schuld – wo ich war oder was ich trug – Der Vergewaltiger warst Du.
Keine Frau der Welt ist oder war jemals schuld, wenn sie vergewaltigt wurde.

Niemals. Never. Nunca.

Y la culpa no era mia,
ni dónde estaba,
ni cómo vestía“


* (Text aus der Tanzperfomance)

Solidaritätsaktion „Io te creo! Ich glaube Dir!“

In Spanien sind Zehntausende aus Protest gegen ein Missbrauchsurteil auf die Straße gegangen. Sie demonstrierten gegen die Entscheidung eines Gerichts aus Pamplona, fünf Männer vom Vorwurf der Vergewaltigung freizusprechen. Marion Ellen, Pressesprecherin der Partei mut, unterstützte die Solidaritätsaktion der Initiative Frau-kunst-politik.de am 3. Mai 2018 in der Münchner Fußgängerzone mit einer Rede. Die Rede haben wir aufgezeichnet. Weiterlesen „Solidaritätsaktion „Io te creo! Ich glaube Dir!““

One Billion Rising – Gewalt an Frauen und Mädchen beenden

One Billion Rising (OBR) (englisch für „Eine Milliarde erhebt sich“) ist eine weltweite Kampagne für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen und für Gleichstellung. Am 14. Februar – dem Valentinstag – demonstrierten vom Nachmittag bis in den Abend hinein viele Menschen auf dem Münchner Marienplatz. Seit Jahren unterstützt Claudia Stamm als Landtagsabgeordnete und auch als Vorsitzende der Partei mut die Initiative. Da sie selbst verhindert war, hielt Marion Ellen (Pressesprecherin von mut) ihre Rede, die wir hier zum Nachlesen veröffentlichen. Weiterlesen „One Billion Rising – Gewalt an Frauen und Mädchen beenden“

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