Flexiblisierung der Impfverordnung

Ein Statement unseres Vorsitzenden Julian Höfner zur aktuellen Diskussion um AstraZeneca und die Impfverordnung:

In letzter Zeit häufen sich Berichte, dass in Impfzentren der Impfstoff des Herstellers AstraZeneca nicht so gut angenommen wird wie die Präparate von BioNTech und Moderna. Dabei lassen sich klar örtliche Unterschiede erkennen. In einigen bayerischen Landkreisen bleibt kein Impfstoff liegen, in anderen Landkreisen bleibt er jedoch ungenutzt.

Das zeigt ganz klar: eine einheitliche und starre Impfverordnung verzögert den Kampf gegen die Corona-Pandemie.

Mit dem Ziel, die Impfung möglichst schnell voranzubringen, ist daher eine Lockerung und Flexibilisierung der Impfverordnung notwendig. Das heißt konkret: Wenn die örtliche Kreisverwaltungsbehörde feststellt, dass in der aktuellen Prioritätsgruppe der Impfstoff nicht oder zu wenig angenommen wird, muss es die Möglichkeit geben, vor Ort zu entscheiden, Personen aus der nächsten Priorisierungsgruppe Impftermine anzubieten. Dafür müssen jetzt die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Mit einer solchen Flexibilisierung der Impfverordnung wird den Menschen, die sich nicht oder noch nicht für eine Impfung entschieden haben, die Möglichkeit gegeben, sich mehr Zeit zu nehmen um ihre Entscheidung zu treffen, ohne dass es dadurch zu einer Verlangsamung des Impffortschrittes kommt.


 

Bundesweite Impfpflicht gegen Masern

Eine Kommentar von Michaela Dietrich, Sprecherin des mut Forums Gesundheit und Pflege:

mut ist menschlich, logisch und konsequent.

Das bedeutet für das Forum Gesundheit und Pflege, dass wir die Impfempfehlung der STIKO uneingeschränkt befürworten.

Es bedeutet aber auch, dass wir die körperliche Unversehrtheit des Menschen wahren wollen.

Bei einer Impfquote von 95% wird ein sogenannter Herdenschutz erreicht, der auch diejenigen schützt, die sich aufgrund von gesundheitlichen Einschränkungen nicht impfen lassen können, z.B. Menschen mit Multipler Sklerose. Darunter zählen auch Säuglinge, die aufgrund ihres Alters noch nicht geimpft werden können.

Durch die niedrige Impfquote in manchen Regionen sind Masern wieder ausgebrochen. Dadurch entsteht für die genannten Gruppen eine erhebliche Gefahr. Diese Menschen sind somit auf unsere Solidarität angewiesen.

Eine Impfpflicht kann allerdings nur eine vorübergehende und gezielte Maßnahme sein, um zu schützen. Gleichzeitig muss unbedingt auf eine breite und gezielte Aufklärung gesetzt werden – auch darüber, dass nach einem ersten Impfen der Titer bestimmt werden kann, also ob der Geimpfte bereits genug Anti-Körper besitzt.

Außerdem muss es möglich sein, gegen Masern bzw gegen andere Krankheiten einzeln zu impfen und eine verpflichtende Impfung bei Masern darf kein Einfallstor für andere Impf-Pflichten sein.


 

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