Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen – 25. November

Ein Beitrag von Christine Deutschmann:

Heute ist internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Das Bundesministerium für Familie veröffentlichte für 2020 erschreckende Zahlen:

„Demnach wurden 2020 insgesamt 148.031 Menschen Opfer von Partnerschaftsgewalt (2019: 141.792). Davon waren 119.164 Opfer weiblich. Die Statistik erfasste folgende versuchte oder vollendete Delikte gegen Frauen im Jahr 2020:

  • Vorsätzliche, einfache Körperverletzung: 72.013 weibliche Opfer
  • Gefährliche Körperverletzung: 12.449 weibliche Opfer
  • Bedrohung, Stalking, Nötigung: 29.301 weibliche Opfer
  • Freiheitsberaubung: 1567 weibliche Opfer
  • Mord und Totschlag: 359 weibliche Opfer

Bei Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexuellen Übergriffen in Partnerschaften sind die Opfer zu 98 Prozent weiblich, bei Stalking, Bedrohung und Nötigung in der Partnerschaft sind es 88,7 Prozent. Bei vorsätzlicher, einfacher Körperverletzung waren 79 Prozent der Opfer Frauen und bei Mord und Totschlag in Paarbeziehungen waren es 78 Prozent.“ (1)

Trotz #metoo Debatte seit 2017 steigt die Anzahl der Gewalttaten gegen Frauen weiter an. Woran liegt das? Eventuell haben die sogenannten „sozialen“ Medien einen Anteil, oder auch wachsende antifeministische, extrem rechte Strömungen, die sich seit einigen Jahr europaweit vernetzen.

Gestern war ich auf einer Lesung des Autors Tobias Ginsburg, der sich undercover in diese Männerbünde und Strukturen in Europa und Übersee eingeschleust hat und darüber ein erschreckendes Buch geschrieben hat. (2)

Viele Dinge waren mir aus eigener Erfahrung schon bekannt. Allein in der Debatte ums Gendern könnte der Verdacht aufkommen, dass mit jedem gesetzten Gendersternchen, einem deutschen Mann ein Hoden abfällt. Welcher Hass einem da in den sogenannten „sozialen“ Medien entgegenschlägt, ist jenseits jeder Vorstellungskraft.

Das Erstarken rechter Parteien und Bewegungen geht immer einher mit dem Versuch der Einschränkung feministischer Rechte. Die deutsche Frau hat dem deutschen Mann  zu gehorchen und wenn sie es wagt, sich für Geflüchtete einzusetzen, oder sich (was noch viel schlimmer ist), in eine*n Partner*in mit Migrationshintergrund verliebt, darf der deutsche Mann ihr Vergewaltigung und Ermordung durch Menschen mit Migrationshintergrund wünschen.

Der Großteil der Gewalttaten gegen Frauen geschieht allerdings im persönlichen Umfeld durch Partner und Expartner der betroffenen Frauen. Hier müssen wir als Nachbar*innen, Freund*innen und Verwandte hinsehen und eingreifen. Hilfe anbieten, Kontakte zu Frauenhäusern und Familienberatungen herstellen, auch mal die Polizei rufen.

Lassen wir unsere Schwestern nicht alleine. Nur zusammen können wir toxischer Männlichkeit entgegentreten und die Macht des Patriachats brechen.

#OrangeTheWorld

(1) BMFSFJ – Häusliche Gewalt

(2) Tobias Ginsburg über „Die letzten Männer des Westens“ – Der rechte Hass auf Frauen (deutschlandfunkkultur.de)


Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen – 25. November

Ein Beitrag von Christin Löhner:

TW/CW: Zwangsprostitution, sexueller Missbrauch, Sextourismus, Vergewaltigung, Beschneidung von Frauen, häusliche Gewalt, Zwangsheirat, vorgeburtliche Geschlechtsselektion, weibliche Armut, Femizid

Gewalt gegen Mädchen gibt es in vielerlei Formen: als häusliche Gewalt, Mädchenhandel, sexueller Missbrauch, Zwangsverheiratung, Gewalt an Schulen, Weibliche Genitalverstümmelung. Weltweit gesehen ist Gewalt die häufigste Todesursache von jungen Mädchen.

Laut der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) gaben in 2014 ein Drittel der Frauen zwischen 15 und 74 Jahren gaben an, „körperliche und/oder sexuelle Gewalt“ erfahren zu haben. Das entspricht 62 Millionen Frauen. Fünf Prozent erklärten, Opfer einer Vergewaltigung, zwölf Prozent als Kinder Opfer sexueller Gewalt gewesen zu sein.

Statistiken zufolge wurden in Deutschland im Jahr 2015 mehr als 100.000 Frauen Opfer von Gewalt in der Partnerschaft. In 331 Fällen kam es zum versuchten oder vollendeten Mord oder Totschlag einer Frau durch ihren Partner oder Ex-Partner.

Eine EU-Umfrage von 2016 mit rund 27.800 Befragten hat herausgefunden, dass es ungefähr 10% aller Befragten Menschen gerechtfertigt finden, wenn eine Frau vergewaltigt wird, weil sie sich etwas freizügiger kleidet (Quelle). Insgesamt rund 27% fanden eine Vergewaltigung gerechtfertigt unter bestimmten Umständen wie Drogeneinfluss, „kein eindeutiges Nein“, sexy gekleidet, etc. Das ist mehr als jeder Vierte Mensch in der EU!

Wird eine Frau vergewaltigt, ist es offenbar völlig normal, sie selbst auch als Täter hin zu stellen:

„Hätte sie sich mal nicht so sexy angezogen!“

„Selbst schuld, wenn man sich auf der Party so betrinkt!“

„Ich kann doch nichts dafür, wenn sie so mit dem Hintern wackelt!“

Nackte Brüste und wackelnde Ärsche lassen bei den Männern den Verstand aussetzen und sie sind natürlich völlig unschuldig, wenn sie sich dann an diese Frau heranmachen. Ist ja quasi eine Einladung! Völlig ungeachtet dessen, was die Frau sagt.

Im Jahr 2018 wurden in Deutschland mehr als 114.000 Frauen Opfer von Gewalt. Jeden Tag gab es einen Tötungsversuch. Jede Stunde wurde in Deutschland eine Frau zum Opfer einer gefährlichen Körperverletzung. Die Zahl der beim Bundeskriminalamt eingegangenen Fälle steigt stetig an.

Christin Löhner, selbst Opfer zweier brutaler Vergewaltigungen, setzt sich vehement gegen jegliche Gewalt an Frauen und Mädchen, inklusive ihrer geschlechtsvarianten und transsexuellen Schwestern, ein.

Wir müssen mut-ig dafür stehen, dass diese Gewalt aufhört – Jetzt – überall!

In ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es zu diesem Tag viele 16-Tage Aktionen mit Podiumsdiskussionen, Protesten, Demos und Vielem mehr. Bitte unterstützen Sie diese Aktionen so weit es zu dieser Zeit mit Corona möglich und sinnvoll ist.


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