Großer Waldspaziergang im Steigerwald

Ein Statement unseres Vorstandsmitglieds Julian Höfner:

„Knapp 100 Menschen versammelten sich heute zu einem Waldspaziergang im Steigerwald. Ein breites Bündnis aus Vereinen, Parteien und aktivistischen Gruppen hat dazu aufgerufen gemeinsam mit ihnen für einen Nationalpark Steigerwald zu demonstrieren. Auch wir haben uns der Veranstaltung angeschlossen. Der Steigerwald ist einer der letzten großen Buchenwälder in Europa und ist damit besonders schützenswert.“


Mehr zum Waldspaziergang auf der Seite des Freundeskreis Nationalpark Steigerwald

Mehr zum Nationalpark Steigerwald auf Wikipedia


Thema Kaffeehandel bei unserer Konferenz „anders Wirtschaften“

Im Rahmen unserer Konferenz „anders Wirtschaften“ in Nürnberg war der Kaffeehandel Thema von Harald Faust, dem ehemaligen Eigentümer einer Kaffeerösterei. An diesem Beispiel erörterten die Teilnehmer*innen Lösungsansätze, wie für Kaffeebauer*innen ein finanziell nachhaltiges Einkommen erzielt werden kann.

Wie hängen der Mauerbau von Donald Trump, die Brände in den Regenwäldern und unsere tägliche Tasse Kaffee eigentlich zusammen? Kaffee ist nach Erdöl der am meisten gehandelte Rohstoff weltweit; etwa acht Millionen Tonnen werden jährlich geerntet. In Deutschland wird mehr Kaffee als Bier getrunken, jede*r Deutsche konsumiert im Schnitt 4,8 kg Kaffee pro Jahr.

Kaffee wächst in den Ländern rund um den Äquator, etwa 25 Millionen Menschen leben vom Kaffeeanbau, meist in kleinteiliger Landwirtschaft mit naturnahen Anbaubedingungen. Daneben gibt es auch vor allem in Brasilien und Vietnam riesige Plantagen, wo unter ökologisch fragwürdigen Bedingungen große Mengen an Rohkaffee produziert werden.

Kaffeehandel: Rohkaffee wird an den Börsen in New York und London gehandelt. Eigentlich ist das ein wirkungsvolles Instrument für die Bauer*innen und auch die Kaffeehändler*innen/Röster*innen. Alle Parteien wissen vorher, zu welchem Preis sie das Produkt kaufen bzw. verkaufen können. Mit Kontrakten können Marktschwankungen abgefedert werden. Leider sind auch viele Teilnehmer*innen an den Märkten unterwegs, die nichts mit Kaffeeanbau oder -verarbeitung am Hut haben; diese Spekulant*innen manipulieren die Märkte nachhaltig.

Kaffeehandel Börse

Der Kaffeepreis wird in $/lb ausgewiesen. Ein amerikanisches Pfund (Lb) entspricht dabei 454g. Dieser Preis gibt die Kaufpreis für aufbereiteten Rohkaffee ex Anbauland wieder. In den vergangenen Jahren ist er von etwa 3$ auf 1$ gefallen. Das historische Tief lag bei 0,41$ im Jahr 2001. Auf diesen Börsenpreis gibt es je nach Qualität Zu- oder Abschläge, die von den Marktteilnehmer*innen vereinbart werden (z.B. für gute Qualitäten, Biokaffee etc.).

Bis der Kaffee in unserer Tasse landet, kommen noch viele weitere Kosten hinzu.

In Deutschland wird z.B. auf Röstkaffee, der in Verkehr gebracht wird (d.h. hier geröstet oder gewerblich importiert), eine Kaffeesteuer in Höhe von 2,19€/kg erhoben.

Eine grobe Kalkulation für Kaffee (Anteil vom Verkaufspreis) sieht wie folgt aus:

Fracht, Steuern, Zoll 45% Einzelhandel 24% Röster 17% Kaffeebauer 14%

Wenn wir das dann auf einen durchschnittlichen Kilopreis von 10€ umrechnen, bekommen die Kaffeebauer*innen also 1,40€ für ein Kilo Rohkaffee. Dieser Preis ist nicht kostendeckend und wenn die Kaffeebauer*innen nicht mehr vom Kaffeeanbau leben können, sind sie gezwungen, ihr Land zu verkaufen und sich ein neues Leben zu suchen. Und hier schließt sich der Kreis zur Eingangsfrage: ein zu niedriger Kaffeepreis führt zu Migration (nicht wenige, die sich zur Zeit aus den Ländern Süd- und Mittelamerikas auf den Weg in Richtung USA machen, waren früher im Kaffeeanbau tätig) und zu Umweltzerstörung (die ehemaligen Plantagen und umliegende naturnahe Bereiche werden brandgerodet um z.B. Palmöl anzubauen). Ein niedriger Kaffeepreis hat also auch spürbare Konsequenzen für die Konsument*innen in den Ländern, in denen Kaffee überwiegend getrunken wird.

Welche Ansätze gibt es, diesen Teufelskreis zu durchbrechen?

Schauen wir uns die Kalkulation noch einmal ein bisschen genauer an. Am Beispiel der Kaffeebauer*innen in Indonesien haben wir in 2012 ein minimales Familieneinkommen von 2.000 US$/Jahr berechnet, das zu einem langfristigen, nachhaltigen Leben erforderlich ist. Das erscheint auf den ersten Blick sehr wenig, wenn man aber berücksichtigt, dass für Wohnen in den ländlichen Strukturen keinen Kosten anfallen (außer Instandsetzungen, da die Häuser selbst gebaut sind und auf eigenem Grund stehen) und ein Großteil der Lebensmittel selbst produziert werden, reichen diese Mittel für eine medizinische Basisversorgung und die Unterstützung bei der Ausbildung der eigenen Kinder und liegen so deutlich über dem Durchschnittseinkommen. Umgerechnet auf die bewirtschaftbare Fläche ergibt sich so ein Mindestpreis von 2,50 US$/lb Rohkaffee. Wenn wir das auf unseren Konsum hier umrechnen, würde die Tasse Kaffee gegenüber der Kalkulation oben um 2 Ct teurer!

Es braucht also nicht viel von unserer Seite, um nachhaltigen Kaffeeanbau zu ermöglichen. Warum tun wir es nicht?

Es gibt Konzepte wie Fairtrade, die zumindest einen Teil der Probleme adressieren. Kaffeebauer*innen erhalten nach einer Zertifizierung (die auch die Einhaltung von sozialen Standards beinhaltet) einen Kaffeepreis der 0,20$ über dem Marktpreis liegt und für zertifizierten Biokaffee noch einmal 0,30$ obendrauf. Zusätzlich wird ein Mindestpreis von 1,40 $/lb garantiert.

Im Workshop haben wir anschließend diskutiert, mit welchen Maßnahmen ein nachhaltiges Wirtschaften für die Kaffeebauer*innen möglich gemacht werden kann.

Die Reihenfolge stellt keine Gewichtung dar:

  1. Qualität statt Quantität: hohe Qualität rechtfertigt höhere Preise
  2. Pro Tasse 2Cent sind ok, für eine Kilopackung dann 2,40€ mehr sind zu viel. Es braucht entsprechendes Marketing
  3. Kaffeesteuer auf fair gehandelten Kaffee abschaffen (wenn der Mindestpreis entsprechend angehoben wird)
  4. Rösten des Kaffees im Herkunftsland. Höhere Wertschöpfung führt zu höheren Einnahmen
  5. Bildung und Sensibilisierung der Verbraucher mit Breitenwirkung (wie es im Kleinen die Weltläden vormachen)
  6. Fairtrade ist gut – es geht aber noch besser. Strukturelle Defizite beseitigen
  7. Es braucht einen Mittler, damit kleine Bauer*innen/Genossenschaften auf Augenhöhe mit den Big Playern im Lebensmittelmarkt Handel treiben können. Organisationen wie die GEPA in Deutschland und Verbände in den Anbauländern müssen gestärkt werden.

Hierzu ein paar Anmerkungen:

zu 3. und 6.: eine der Voraussetzungen um Fairtrade zu einem Instrument zu machen, damit ein nachhaltiges Einkommen gefördert wird, ist die Erhöhung des garantierten Mindestpreises.

Im Augenblick ist dieser in vielen Fällen auf Dauer nicht ausreichend.

Es bleibt das strukturelle Problem, dass Händler*innen das Fairtrade-Label zum Green-Washing verwenden ohne an den Bedingungen in den Anbauländern etwas ändern zu wollen.

Gleichwohl ist die Forderung richtig, die Kaffeesteuer für fairen Kaffee (wie immer dieser definiert wird) auszusetzen. Dadurch werden die 2 Cent pro Tasse fast vollständig kompensiert. Diese Idee wurde auch bereits im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung formuliert.

Zu 4.: das Rösten in Anbauland wird in kleinem Rahmen z.B. von der GEPA und einigen kleinen Projekten realisiert. Es wird aber vermutlich keinen hohen Anteil am Gesamtmarkt erreichen, da Röstkaffee im Gegensatz zu Rohkaffee besteuert wird (z.B. für Kaffee aus Nicaragua 7,5%; die Kaffeesteuer kommt noch oben drauf) und der Transport durch das höhere Volumen des Röstkaffees (ca. 100% mehr Volumen als Rohkaffee) teurer wird. Zudem gilt bei höherwertigen Kaffees, dass die Qualität etwa 3 Monate nach dem Rösten aufgrund von Oxidation langsam abnimmt. Durch den langen Transportweg wird es schwierig, optimale Qualität zu liefern.

 

Das Fazit der Teilnehmer*innen des Workshops: Gerechtigkeit kann es nur geben, wenn Transparenz herrscht. Bildung und Sensibilisierung sind Voraussetzung, um Transparenz zu erzeugen. Transparente Produkte ermöglichen es dem Verbraucher, sensible Entscheidungen zu treffen. Dies zu ermöglichen ist Aufgabe der Politik.

 

Moderation: Anna Hielscher I Referent: Harald Faust


 

mut-Stammtisch in Rosenheim

Der Stadt- und Kreisverband der mut-Partei lädt zum nächsten mut-Stammtisch ein:

Thema: „Faire Kleidung“ oder „Nachhaltige Klamotten“ was ist das? Warum? Woher? Wo bekomme ich die?“

Datum: Donnerstag, 17. Oktober 2019

Uhrzeit: 19:00 Uhr

Ort: Gasthaus „Schweizer Häusl“, Hofmillerstraße 9, 83024 Rosenheim

Expert*innen schätzen, dass bei keiner anderen landwirtschaftlich angebauten Nutzpflanze soviele Pestizide, Fungizide, Herbizide eingesetzt werden wie bei der Baumwolle. Darüber hinaus ist Baumwolle auch ein sehr durstige Pflanze. Zusätzlich werden in der Textilindustrie Unmengen an giftigen Farbstoffen und andere Substanzen eingesetzt.

Konventionell verarbeitete Ware, die über Discounter oder andere Modegeschäfte verkauft wird, ist mitunter durch Kinderarbeit entstanden. Widrige, unmenschliche Bedingungen herrschen in der Produktion vor.

Was gibt es für Alternativen wenn man da nicht mitmachen will? Wie sieht es mit zertifizierten Labels aus? Wo bekomme ich faire, nachhaltige Kleidung? Welche Rolle spielt Second-Hand?

Wir haben dazu Fachleute für den Abend eingeladen. Es wird u.a. Sina Sachseder, vom „Precious“, dem einzigen Fair Fashion Store in Rosenheim als Expertin gewinnen können, aber auch das Thema Second Hand wird behandelt.

Kommt vorbei/kommen Sie vorbei, wir wollen Informationen bekommen, Fragen beantworten, den Austausch.

Die Einladung richtet sich ausdrücklich auch an Nichtmitglieder.

Mit mut-igen Grüßen,

Manni Maier (Öffentlichkeitsarbeit mut Kreisverband Rosenheim Sprecher Klima + Energiewende, Telefon: 0176 30551915)

 

Einlassvorbehalt

Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische, homo- / transphobe oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen.


 

Fridays for Future

Unser Themensprecher Manni Maier zu den „Fridays for Future“ Protesten:

”Während im Wirtschaftsministerium – alleine das grenzt schon an eine Farce – die Kohlekommission tagt und vielleicht aus ihrem bislang erarbeiteten Entwurf einen Abschlussbericht macht, gingen wieder viele tausend Kinder und Jugendliche, die heute eigentlich Schule hätten, auf die Straße, um für das Klima und damit für ihre Zukunft zu demonstrieren.
Zur Umsetzung des Kohleausstiegs steht im Entwurf „empfiehlt die Kommission freiwillige Maßnahmen“ der Kohlelobby.
Meine 15 jährige Tochter meinte: „Das ist unglaublich, das ist als ob man Porsche bestimmen lassen würde, wie hoch das dringend überfällige Tempolimit auf den Autobahnen sein soll oder einen Metzger zu beauftragen, einen Plan zu weniger Fleischkonsum auszuarbeiten!“
Während heute in Berlin über etwa 20.000 noch verbliebene, schmutzige Dinosaurier-Arbeitsplätze in Braun- und Steinkohle beraten wird, sind im Bereich der erneuerbaren Energien durch die starken Einschnitte der Regierung, egal in welcher farblichen Koalition der letzten 13 Jahre, und der bayerischen Regierung mit ihrer unsäglichen 10-H-Regelung für Windkraftanlagen, ein Vielfaches an zukunftsfähigen, sauberen Arbeitsplätze verloren gegangen und viele Fachkräfte und Firmen in den Ruin oder zur Abwanderung ins Ausland getrieben worden.
mut steht für klare Schritte hin zum verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien in ihrer breiten Vielfalt.
Dazu gehört endlich wieder ein verstärkter Aus- und Zubau von Solaranlagen, eine Streichung der 10-H-Regelung in Bayern und viele weitere Möglichkeiten hin zu einer schnellen Energiewende.”


Das (Landtagswahl-) Programm von mut

Deutsche Webpräsenz von Fridays for Future

Internationale Webpräsenz von Fridays for Future


 

Demo: „Wir haben es satt!“ am 19. Januar 2019 in Berlin

Für eine gute Sache sind unseren mutigen Mitgliedern auch lange Wege nicht zu weit und so waren auch wir auf der „Wir haben es satt!“ Demo am 19. Januar 2019 in Berlin gut vertreten.

Hauptanliegen der jährlich stattfindenden „Wir haben Agrarindustrie satt!“-Demos ist eine ökologische und nachhaltige Landwirtschaft. Vielen Dank an die fleißigen Helfer*innen, die uns am Infostand unterstützt haben. Für uns war es eine tolle und wichtige Veranstaltung, mit vielen guten Gesprächen an unserem Stand.

Offizielle Seite der Veranstalter: wir-haben-es-satt.de

Wikipedia: Wir haben es satt!

Mut auf der Wir-haben-es-satt-Demo am 19.1.2019 in Berlin Weiterlesen „Demo: „Wir haben es satt!“ am 19. Januar 2019 in Berlin“

Mein Weg zu mut – Gundula

Während des Wahlkampfes konnten Sie/Ihr schon einige Mitglieder von mut kennen lernen, auch die Themensprecher*innen oder die Vorstände von mut sind manchen von Euch schon vertraut.
Wir möchten Euch weitere Mitglieder vorstellen.
Einige sind erst nach der Landtagswahl eingetreten, manche begleiten mut schon länger.
Wir haben sie gefragt, warum sie eingetreten sind, was sie bewegt, was sie für Vorbilder haben, wie die Gesellschaft in 20 Jahren aussehen sollte.
Hier sind ihre Geschichten.
Die Menschen hinter mut:

Gundula, 68
Zu mut kam ich wie die Jungfrau zum Kind. Mein Sohn berichtete mir davon, so wurde ich neugierig. Bislang war ich bei der SPD, wurde aber speziell in der Flüchtlingsfrage enttäuscht.
Ich kann zwar viele Positionen der Grünen gut heißen, doch mut schien mir die positiven Aspekte zu bündeln.
Professor Lessenich habe ich beim 1. Bayerischen Asyltreffen reden gehört und war hin und weg. Claudia Stamm hab ich vor Jahren bei einer Asyldiskussion erlebt.

Seit 2011 engagiere ich mich für Geflüchtete. Ich habe eine 1zu1 Patenschaft übernommen und begleite einen Afghanen von der Ankunft in Deutschland bis zum Abschluss der Ausbildung.
Ich hab das Bamf Zertifikat DaF erworben und geb nun A1 Erstorientierungskurse .
Im örtlichen Studienkreis unterrichte ich vorrangig Schüler aus Syrien oder Afghanistan.

Mutig bin ich immer, wenn ich einen meiner Hardcore Leserbriefe losschicke. Das erzeugt manchmal üble Reaktionen seitens rechtsaußen, aber auch manchmal begeisterte Zustimmung. Auch sonst reiße ich meine Klappe auf, wo nötig.

Meine Interessen sind bergsteigen, bergsteigen und bergsteigen, ähh und Musik machen, Gitarre, Akkordeon und Schlagzeug.
Ich lese wie ein Staubsauger und höre ständig Radio.

In 20 Jahren wünsche ich mir ein Welt mit wesentlich durchlässigeren Grenzen und wesentlich weniger Autos.
Ich selbst hatte in den letzten 20 Jahren nur 2 Jahre einen PKW. Ich erledige alles per Rad und ÖPNV.
Dazu bin ich eine radikale Stromsparerin. Mit 660 kw pro JAHR komme ich durch, habe alle Stromfresser verkauft bzw nicht mehr neu angeschafft. Gehe zu repair Cafes usw usf.


 

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