Das verletzliche München

von Marie Luise Kunst 

Wer Kommunalpolitik machen will, muss erst einmal die Stadt, in der er oder sie lebt, über den Klee loben. Das nennt sich Lokalpatriotismus und kommt bei den Wähler*innen gut an.

So will es das Gesetz des Wahlkampfes.

München sei die schönste Stadt und solle das auch bleiben. München müsse endlich wieder München werden (was immer auch das bedeuten mag). München sei lebenswert.

Ich erlebe durch meine Tätigkeit als Berufsbetreuerin vor allem den anderen Teil von München, der nichts von der prosperierenden Wirtschaft, dem südlichen Flair der Cafés und den hellen und offenen Lofts hat. Menschen, die alltäglich damit beschäftigt sind zu überleben. Die gar nicht den Blick heben zu den strahlenden Wahlplakaten auf dem Weg zum Jobcentertermin, zur hundertsten Wohnungsbesichtigung oder zur Lebensmittelausgabe der Tafel. Die ihre Wohnung gar nicht mehr verlassen wegen ihrer Gebrechlichkeit oder ihrer tiefen Depression. Viele von ihnen werden nicht zur Wahl gehen. Viele dieser Menschen haben keine Lobby in der Politik, werden (zum Glück) durch Wohlfahrtsverbände vertreten, aber nicht durch Personen, die direkt betroffen sind.

Ich merke das jetzt schon, wenn ich auf der Straße stehe, um Menschen anzusprechen und zu bitten, dass sie für unsere Zulassung zur Wahl unterschreiben. Da sind die, die nicht unterschreiben, weil sie meine Sprache nicht ausreichend verstehen und glauben, keinen Einfluss auf die Stadtpolitik zu haben – obwohl sie EU-Bürger*innen aus Osteuropa sind und bei der Kommunalwahl wählen dürfen. Da sind die, die glauben, aufgrund ihrer geistigen Behinderung kein Recht zu haben auf politische Teilhabe, und denen ich erst erkläre, dass sie wahlberechtigt sind. Da sind die, die sagen, sie haben keine Zeit für die Politik, weil sie schnell nach Hause müssen zur Partnerin, die sie Tag und Nacht pflegen und kurz – für den Einkauf – alleine gelassen haben.

Ich wohne seit über zwanzig Jahren in München und ja, ich lebe gerne hier. Aber ich kandidiere nicht für den Stadtrat, weil ich glaube beitragen zu müssen, dass München noch ein bisschen reicher und perfekter wird.

Es ist das hilfebedürftige und das hilfsbereite München, das verletzliche München und das München, das immer wieder Sensibilität aufbringt für andere, wofür es sich zu kämpfen lohnt.

Deshalb möchte ich in den Stadtrat. Damit mut als neue Partei aber überhaupt antreten kann, brauchen wir Ihre Unterschrift. Schön wenn Sie sich solidarisch zeigen und für uns unterschreiben. Danke!

Stephanie Dilba – wer bist du?

Wie kam es zur OB-Kandidatur?

Ich liebe München. München ist die Stadt, in der ich aufgewachsen und zur Schule gegangen bin und in der ich studiert habe. Um ehrlich zu sein, war ich nie länger weg als 15 Monate.
Ich möchte mich für „meine“ Stadt mit all ihren Bewohner*nnen einsetzen – egal, ob diese gerade hergezogen, Ur-Münchner oder hierher geflüchtet sind. München muss für alle lebens- und liebenswert bleiben bzw. werden. München ist eine Stadt mit einer hohen Lebensqualität für viele – aber noch lange nicht für alle.
München ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort und zieht deshalb viele Menschen an; der Wohnungsmarkt wird dieser Tatsache schon lange nicht mehr gerecht. Als Folge können sich viele Münchner*innen ihre Wohnungen nicht mehr leisten. Das kann und darf so nicht weitergehen. München hat viele schöne Grünflächen – aber die Straßen sind zunehmend überlastet, die Parkplätze überfüllt, Lärm und Abgase dominieren nicht nur die Innenstadt und den Mittleren Ring. München hat ein vielfältiges kulturelles Angebot – aber nicht für alle gleichermaßen. München war schon immer eine Stadt für Zuwanderer*innen – diese sollen besser sichtbar werden. Und schließlich soll München seine Vorreiterrolle in Gender Equality und Vielfalt ausbauen.

Wie bist du zu mut gekommen?

Über die Löwenfans gegen Rechts, bei denen ich mehrere Jahre lang aktiv war, habe ich Claudia Stamm schon vor einigen Jahren kennengelernt. Als politisch interessierter Mensch habe ich natürlich auch Claudias Austritt und die Neugründung von mut verfolgt. Wir sind uns auch immer wieder begegnet, z.B. gehören wir beide zu den Beschwerdeführer*innen gegen das Bayerische Polizeiaufgabengesetz. Aber auch zu anderen mut-Mitgliedern besteht seit längerem Kontakt, und so wurde ich gefragt, ob ich für den Münchner Stadtrat kandidieren würde.
Ich bin in einem sehr politischen Elternhaus aufgewachsen, war schon als Kleinkind auf Demos, habe Stunden an Infoständen verbracht und als Jugendliche beim Plakate-Kleben geholfen. Die Erfahrungen meiner Mutter sowie die Diskussionen und Streitereien bei uns zu Hause haben mich lange Zeit davor abgeschreckt, parteipolitisch tätig zu werden. Gleichwohl ist in den letzten Jahren in mir der Wunsch stärker geworden, aktiv in der Kommunalpolitik tätig zu werden. Nachdem ich bei Treffen von mut war und am Wahlprogramm mitgearbeitet habe, stand meine Entscheidung fest. Denn das Kommunalwahlprogramm ist großartig, die Menschen bei mut sind es auch. Ich bin Mitglied geworden und habe mich als Kandidatin für den Stadtrat und für die OBin beworben.

Du bist in der Politik ein unbeschriebenes Blatt. Welche politischen Ansichten vertrittst Du?

Im Mittelpunkt steht bei mir die „soziale Gerechtigkeit“. Für mich ist die soziale Gerechtigkeit – dazu gehören neben fairen Gehältern und Löhnen auch die gleiche Teilhabe an Bildung, an Wohnraum und an guter Arbeit – die Grundlage für ein gutes und friedliches Zusammenleben aller Menschen weltweit.
Global betrachtet ist die ungleiche Verteilung von Ressourcen der Ausgangspunkt vieler kriegerischer Konflikte. Hier muss angesetzt werden; das bestehende neoliberale Wirtschaftssystem mit dem extremen Leistungsgedanken muss kritisch hinterfragt und korrigiert werden.
Ebenso elementar und damit einhergehend ist der Gleichheitsgrundsatz: Alle Menschen müssen die gleichen Rechte haben, niemand darf aufgrund des Geschlechts, der Abstammung, der Sprache, des Glaubens oder der religiösen Anschauungen benachteiligt werden. Gesetzlich ist das ja verankert, nur die Realität sieht leider noch anders aus.
Auch die Freiheitsrechte, d.h. das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, das Recht auf Informations- und Meinungsfreiheit, das Recht auf freie Rede und die Pressefreiheit liegen mir sehr am Herzen. Deshalb bin ich auch Beschwerdeführerin gegen das Bayerische Polizeiaufgaben und das BKA-Gesetz.

Wer ist eigentlich Stephanie Dilba?

Das ist nicht so einfach: Ich interessiere mich für viele Themen und Dinge, vor allem aber auch für die Menschen um mich herum. Dies lässt sich schon an meinem Lebenslauf erkennen: Nach dem Abitur habe ich Grundschullehramt mit schulpsychologischem Schwerpunkt studiert und war als Lehramtsanwärterin tätig. Ich habe mehrere Jahre in Personalabteilungen großer Unternehmen gearbeitet und eine Ausbildung zur Personal-Fachkauffrau absolviert. Die pädagogische Arbeit mit Heranwachsenden hat mich aber nicht losgelassen, weshalb ich anschließend längere Zeit im sozialpädagogischen Bereich tätig war, u.a. in einer Einrichtung für drogenkonsumierende Jugendliche. Nebenbei habe ich eine Ausbildung zur Stadtführerin gemacht und zeige bis heute gerne Münchner*innen und Gästen die schönsten Ecken unserer Stadt und vor allem auch Giesings, wo ich seit dreizehn Jahren zu Hause bin. Außerdem arbeite ich seit sechs Jahren in der Buchhaltung einer Event-Agentur und bin selbstständig im Fußballfanbereich tätig. Erst vor kurzem ist mit der „Fußballfibel TSV 1860 München“ mein Buch über meine große Liebe erschienen. Recht und Gerechtigkeit sind mir sehr wichtig, weshalb ich seit 2014 als ehrenamtliche Schöffin am Landgericht München I tätig bin.
Auch im Fußballumfeld habe ich mich vielfältig engagiert, u.a. bei den Freunden des Sechz’ger Stadions, bei den Löwenfans gegen Rechts, bei den Fußballfans gegen Homophobie sowie von 2015 bis 2018 als Vorstandsmitglied bei den Football Supporters Europe.

mut – eine Frauenpartei?

In erster Linie ist mut eine Partei für alle Menschen, die politisch einstehen für Bürgerrechte und soziale Gerechtigkeit, für gesellschaftliche Vielfalt, ökologische Transformation und nachhaltige Friedenssicherung. Die Gleichstellung von Frauen ist ein ganz wesentliches Element zu einer gerechteren Welt und deshalb auch ein wichtiges Ziel von mut. Um dies zu unterstreichen, wurde auf der Aufstellungsversammlung für die Kommunalwahl in München beschlossen, die ersten drei Plätze der Liste für den Münchner Stadtrat mit Frauen zu besetzen. Die Frauenpolitik steht in unserem Wahlprogramm sehr weit oben, was ich sehr gut und wichtig finde.


 

Ein richtiger Schritt in die falsche Richtung – Ein Kommentar zur Grundrente von Tim King

Ein Kommentar zur Grundrente von Tim King

Ein richtiger Schritt in die falsche Richtung: warum die Grundrente weder gerecht noch solidarisch ist

Die Grundrente: Rettungsanker der großen Koalition, der Kitt, der die bröselnde SPD zusammenhalten soll. Das Projekt, mit der vor allem letztere einmal mehr beweisen will, dass sie nicht nur die Partei von Hartz IV, die Partei des Niedriglohnsektors, der Aufstocker und der Sanktionen ist, sondern eine Partei, die sich um die vermeintlich „kleinen Leute“ kümmert.

Und es stimmt ja auch, mit der nun angekündigten Grundrente werden Menschen bessergestellt, die das verdient haben, die jahrzehntelang vernachlässigt wurden und deren Arbeit, oft Care-Arbeit, weder gewürdigt noch angemessen bezahlt wurde. Gerade Frauen mit längeren Zeiten der Kindererziehung, der Teilzeitarbeit, erhalten durch die Grundrente zumindest eine kleine Chance, aus der Rentenfalle zu entkommen und im Alter über ein wenig mehr verfügen zu könne als bisher. Dagegen kann man nichts haben, es sei denn, man ist FDP-Mitglied oder Vorsitzender der Jungen Union. Die Grundrente ist also ein zwar kleiner Schritt, aber immerhin ein richtiger Schritt.

Ein richtiger Schritt, aber in die falsche Richtung.

Ein richtiger Schritt, der allerdings in eine völlig falsche Richtung geht, ein Schritt der nicht nur die Kluft zwischen denen vergrößert, die schon haben und denen, die leer ausgegangen sind, sondern vor allem den Solidargedanken im Grunde auf den Kopf stellt.

Denn so, wie die Grundrente verwirklicht werden soll, liegt den Plänen ein Gedanke zugrunde, mit denen sich Christian Lindner durchaus anfreunden können sollte, oder, wenn man weiter zurück gehen möchte, Johannes Calvin mit seiner Erwerbsethik. Dies spiegelt sich auch in der begleitenden Rhetorik wider, in der „Lebensleistungsrente“, der „Respektsrente“, all dies nur die Kehrseite von Münteferings „Nur wer arbeitet, soll auch essen“,

Bessergestellt wird, wer über 35 Jahre gearbeitet und eingezahlt hat. Die in dieser Zeit erworbenen „Entgeltpunkte“ (ein Entgeltpunkt auf dem Rentenkonto erwirbt, wer genau den Durchschnittsverdienst/Jahr erzielt) werden, wenn es weniger als 0,8/Jahr sind, verdoppelt, allerdings auch nur bis zu diesem Wert von 0,8 und wenn die Einkommensgrenzen nicht überschritten werden.

Calvinistische Arbeitsethik.

Was erst einmal gut klingt, heißt in der Praxis, dass die Arbeit, die „Leistung“ desjenigen, der die 35 Jahre erfüllt, in der Rentenversicherung plötzlich doppelt so viel wert ist wie die desjenigen, der oder die es nicht auf diese 35 Beitragsjahre bringt. Egal warum, sei es längere Arbeitslosigkeit, sei es Krankheit, sei es Erwerbsunfähigkeit, die Aufwertung der Beitragszeiten der einen bedingen eine Abwertung der Beitragszeiten der anderen. Diese anderen aber sind genau die, die der Solidarität oft bedürfen, eben weil sie nicht in der Lage waren, eine durchgängige Erwerbsbiographie aufzubauen.

Was hier tatsächlich passiert ist, dass „Solidarität“ nicht mehr mit denen geübt wird, die am bedürftigsten sind, sondern daran ausgerichtet, was jemand „geleistet“ hat. Dabei wird geflissentlich ausgeblendet, warum dieser Personenkreis überhaupt bedürftig bleibt: weil Care-Arbeit nicht bezahlt wird, weil es einen Niedriglohnsektor gibt, der kein Einkommen gewährt, das zum Leben reicht, weil Frauen nach wie vor in die Teilzeit gedrängt werden.

Solidarisch ist die GroKo nur mit sich selbst.

Solidarität üben die Parteien der großen Koalition hier nicht mit den Bedürftigen, mit den Schwachen, Solidarität üben sie hier nur mit sich selbst, indem sie die gröbsten Folgen der von ihnen zu verantwortenden asozialen und ungerechten Politik abzufedern versuchen. Und dabei nur das Narrativ von der „Leistung“, die sich lohnen müsse, weitererzählen.

mut-Regionalkonferenz in Nürnberg

Unter dem Motto: Wirtschaften jenseits des Wachstumswahns laden wir Sie und Euch (gerne auch Nichtmitglieder) herzlich am 21. September 2019 zu unserer Regionalkonferenz in Nürnberg ein!

In der Zeit von 12:00 bis 18:00 Uhr beschäftigen wir uns in Vorträgen und Workshops mit nachfolgenden Themen:

Vorträge: 

“Wachstumskritik” Referent: Dr. Harald Klimenta vom „Netzwerk Wachstumswende“, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats von Attac Deutschland

“Ökologisches Grundeinkommen” Referent: Dr. rer. pol. Ulrich Schachtschneider, Dipl.-Sozialwissenschaftler

Workshops: 

Workshop 1: Dezentral wirtschaften – regionale Wirtschaftskreisläufe

Workshop 2: Gemeinsam wirtschaften – genossenschaftliche Organisationsformen

Workshop 3: Bewusst wirtschaften – sozialökologische Bildungsarbeit

Moderation und Leitung: Brigitte Schröder

Der Eintritt ist frei

Ort: Nachbarschaftshaus Gostenhof in Nürnberg

Zeit: 12:00 – 18:00 Uhr

Datum:  21. September 2019

Nichtmitglieder der Partei mut sind herzlich willkommen.

Mein Weg zu mut – Julia

Wer ist das? Die da bei mut mitmachen?
„mut – ach, davon hab‘ ich noch nie was gehört“ oder „mut, davon habe ich erst nach der Landtagswahl gehört“ so oder so, das haben wir hundertfach gehört.
Dabei sind gerade rund um die Wahl und nach der Wahl tolle Menschen bei uns in die Partei eingetreten. Wer steckt hinter mut? – Ein paar Beispiele haben wir Euch schon gezeigt [Mein Weg zu mut]

Wir haben sie alle gefragt, was sie bewegt und was sie bewegen wollen oder wie die Gesellschaft in 20 Jahren aussehen sollte.

Hier sind ihre Geschichten.
Die Menschen hinter mut:

Julia Föhrkolb, 33

Schon schon länger wollte ich in eine Partei eintreten, weil ich es doof finde, dass viele jammern und sich beschweren, aber niemand engagiert sich oder tut was. Ich hatte länger mit der SPD geliebäugelt, konnte mich aber nie dazu durchringen.

Mit dem Programm von mut konnte ich mich gut identifizieren, da ich die Themen Fremdenfeindlichkeit, soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz sehr wichtig finde.

Ich denke ich bin selbst sehr tolerant, offen und blicke gern nach vorn statt zurück und das konnte ich auch in mut wieder erkennen.

Ich bin beigetreten, nach der Landtagswahl, ich fand die Partei aber vorher schon gut, aber ich dachte dann: jetzt erst Recht.
Wichtig finde ich es auch mich gegen Fremdenfeindlichkeit zu positionieren.

Für die Partei würde ich mir wünschen, dass sie an Bedeutung gewinnt und es sie bundesweit gibt. Für die Welt in 20 Jahren würde ich mir vor allem wünschen, dass sie friedlich, offen und tolerant ist. Und dass man in den Fortschritt auch immer den Umweltschutz mit einbezieht.

Mich macht mutig, dass ich auch mal gegen den Strom schwimmen kann. Ich tue nicht das was alle machen… und …dass ich meinen gut bezahlten Bürojob aufgegeben habe und mit 31 aus meiner Heimat weggezogen bin und nochmal eine Ausbildung angefangen habe.

Meine Mutter ist ein mutiges Vorbild für mich, sie war allein erziehend, hat sich trotz Rückschlägen nie unterkriegen lassen.

Grundsätzlich finde ich jeden mutig, der sich seine eigenen Gedanken macht und nicht immer mit der Masse mitgeht.

Momentan mache ich eine Ausbildung zur Kosmetikerin und Visagistin, habe aber schon eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation gemacht und bin Wirtschaftsfachwirtin.

Ich mag keine Engstirnigkeit und verabscheue die Aussage…“ weil das schon immer so war“. Ich lese gerne, male, liebe das Meer, bin gerne in der Natur und mache ein bisschen Yoga.


 

 

Mein Weg zu mut – Susanna

Wer ist das? Die da bei mut mitmachen?
„mut – ach, davon hab‘ ich noch nie was gehört“ oder „mut, davon habe ich erst nach der Landtagswahl gehört“ so oder so, das haben wir hundertfach gehört.
Dabei sind gerade rund um die Wahl und nach der Wahl tolle Menschen bei uns in die Partei eingetreten. Wer steckt hinter mut? – Ein paar Beispiele haben wir Euch schon gezeigt [Mein Weg zu mut]

Wir haben sie alle gefragt, was sie bewegt und was sie bewegen wollen oder wie die Gesellschaft in 20 Jahren aussehen sollte.

Hier sind ihre Geschichten.
Die Menschen hinter mut:

Susanna, 28

Die Gesellschaft prägt die Menschen in ihr. Sie wird auch meine zukünftigen Kinder prägen. Viele Tendenzen machen mir momentan Sorgen. Und diese bündeln sich in dem Gedanken: Wie soll ich das mal meinen Kindern erklären?

Die diesjährige Landtagswahl in Bayern war für mich wesentlich emotionaler als alle Wahlen, die ich vorher erlebt hatte. Es war das Gefühl, die Ungerechtigkeit und den Hass gegenüber sämtlicher Minderheiten, welcher von vielen meiner Mitmenschen und von Vielen in der politischen Öffentlichkeit Bayerns ausgeht, nicht mehr ertragen zu können. Und ich hatte das Gefühl: Wir als Gesellschaft waren doch schon mal weiter!? Wieso gehen wir plötzlich wieder rückwärts? Es gilt wieder in Richtung Zukunft zu gehen. Wenn wir es nicht tun, wer dann?

Populismus, die zunehmend verrohte Sprache, pauschale Gewaltandrohungen und der Generalverdacht gegenüber allem Unbekannten – das sind keine Grundsätze einer Gesellschaft in der ich leben möchte.

Das weckte in mir die Motivation, nach etwas zu suchen, wo ich mich mit meinen Moralvorstellungen als Mensch unter Gleichgesinnten finde.
Ich wollte mich in einem „Wir“ wieder finden, um neue Kraft zu schöpfen. In Marktredwitz traf ich Michaela, die Direktkandidatin für unseren Stimmkreis. Ihr uneingeschränkter Einsatz gab mir den Ruck, selbst zu mut zu kommen.

Mein idealisiertes Bild der Zukunft: Eine Politik, die logisch handelt. Die nicht verklausuliert ist und an unzähligen sich widersprechenden Regulation scheitert. Schlaue Ideen sollten sich durchsetzen können und das zeitnah.
Politik und Demokratie können nicht zum Ziel haben nur der lauten Mehrheit der Bevölkerung nach dem Mund zu reden. Ich möchte eine Politik in der alle Interessenvertreter miteinander streiten. Und in der die Kompromisse nicht nach Wählerstimmen, Parteizugehörigkeit und Finanzierungen gemacht werden, sondern nur nach den Interessen der Bevölkerung. Ich möchte eine Politik, in der versucht wird, es allen Bürgern recht zu machen.
Nicht in der es versprochen wird, sondern in der es versucht wird!
Dabei darf und muss man auch scheitern.

Aber nur der Diskurs, das Abwägen und die Bereitschaft eines Jeden Kompromisse zu machen, kann unsere Gesellschaft weiter bringen.

In der Gesellschaft, die ich mir wünsche, herrscht mehr soziale Gerechtigkeit. Da wird mehr Geld für Bildung ausgegeben, als für Rüstung.

Menschen, die Hilfe brauchen, werden unterstützt und nicht als Verlierer verurteilt. Hagen Rether hat sehr treffend gesagt: „Wir nennen sie ‚sozial schwach‘. Aber das ist sowas von falsch. Sie sind ökonomisch schwach.“ Das finde ich essentiell! Unsere Sprache, unsere Rhetorik macht so viel aus. Auf solche Feinheiten müssen wir mehr achten und uns korrigieren. Speziell liegen mir die Diskussion über das bedingungslose Grundeinkommen, die Wertschätzung aller Lebensentwürfe, die niemandem Schaden zufügen, und eine reflektierten Umgang mit unserer Umwelt und den Ressourcen am Herzen

2015 wurde ich in einem Unterstützerkreis aktiv. Wir veranstalteten eigenverantwortlich Deutschkurse für Asylbewerber. Damals war alles von behördlicher Seite noch sehr unorganisiert und so nahmen wir es selbst in die Hand. Über ein halbes Jahr übernahm ich wöchentlich einen Kurs, fast ausschließlich für Männer.
Ich hatte erst Vorbehalte, da ich vorher nie jemanden aus Afghanistan, Syrien oder Somalia kennen gelernt hatte.

Diese Vorbehalte links liegen zu lassen war der erste Schritt. Und im Prinzip auch der letzte.

Denn dann lief alles wie von selbst. Und wenn mich jemand fragte, ob ich denn keine Angst hatte als Frau allein unter so vielen ausländischen Männer zu sein, war die Antwort klar: Nein. Denn ich war Lehrerin und sie Schüler, wir alle nur Menschen. Und weiter nichts.

Gute Kommunikation ist mir als leidenschaftliche Grafikdesignerin quasi eine Herzensangelegenheit. Aus einem kleinen Dorf im Erzgebirge (Sachsen) stammend, weiß ich aber nur zu gut, welche abstoßenden Diskussionen über eine „ordentliche Gesellschaft“ man dieser Tage viel zu oft führen muss.

Ich lebe jetzt schon viele Jahre in  Oberfranken
Rhetorisch kam ich vom Regen in die Traufe.
Die allerorts verbreiteten Hetzer sind laut und bald könnte man das Gefühl haben, sie seien in der Mehrzahl.

Durch mut weiß ich jetzt, auch in der „vergessenen Provinz“ kann ich Gleichgesinnte finden. Sie waren nur bisher nicht so laut. Doch gemeinsam können wir es werden, denn #Wirsindmehr!

 

 

Baukindergeld? Unökologisch und unsozial!

Man muss eigentlich nicht lange nach Argumenten suchen, weshalb die von Union und SPD als sozial- und wohnungspolitische Großtat gefeierte Einführung eines „Baukindergelds“ nicht nur als völlig wirkungslos, wenn nicht sogar kontraproduktiv abzulehnen ist. Nicht nur das, sondern vor allem auch als unsoziale, ungerechte Umverteilungsmaschinerie zu Lasten der sozial schwächeren Schichten. Aber auch genau derer, denen die Maßnahme angeblich zugute kommen soll: den ganz normalen Familien, die sich in Ballungsräumen wie München kaum noch die Miete leisten können. Geschweige denn das Kapital aufbringen, die absurden Immobilienpreise zu bezahlen.
Weiterlesen „Baukindergeld? Unökologisch und unsozial!“

Einladung zum mut-Stammtisch in Eching

+++ MUT-Stammtisch zum Thema „BürgerInnenrechte in Gefahr“ +++

Die neue Partei mut lädt ein zum Stammtisch. Wir wollen uns in Eching vorstellen und Sie und Euch kennen lernen. Neben der Vorstellung unserer Parteiarbeit und unserem Parteiaufbau wollen wir uns verstärkt dem Thema Bürgerrechte widmen. Was verstehen wir von mut Bayern unter direkter Demokratie und politischer Teilhabe, Vielfalt, sozialer Gerechtigkeit, menschwürdiger Politik. mut will sich als Opposition anbieten und für die demokratische Teilhabe von allen Bürgern werben.

Weiterlesen „Einladung zum mut-Stammtisch in Eching“

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