Ein Jahr Ankerzentren – 1 Jahr Menschenrechtsverstöße! 

Am 1. August 2018 wurden in den sieben Regierungsbezirken Bayerns die so genannten „Ankerzentren“ in Betrieb genommen.

Dazu erklären die Themensprecher*innen für Asyl, Migration und Zuwanderung, Arianna Vogel und Arno Pfaffenberger:

Ein Jahr Ankerzentren, das bedeutet 1 Jahr verschärfte Verletzung der Menschenrechte Geflüchteter. 1 Jahr Ankerzentren, das heißt 1 Jahr Abschreckungspolitik gegen Menschen, die aus berechtigten Gründen einen langen, schweren und lebensgefährlichen Weg nach Europa auf sich genommen haben.

Menschen, die vor Krieg, vor Verfolgung aus politischen oder religiösen Gründen, die wegen fehlender Überlebensperspektiven aufgrund des Klimawandels oder wegen der Zerstörung ihrer ökonomischen Existenz durch die EU-Außenwirtschaftspolitik nicht mehr in ihrer Heimat bleiben konnten.

Dies sind die anerkannten Fluchtursachen, nicht Schleuserbanden oder der vermeintliche Lockruf europäischer Sozialsysteme.

mut teilt die Kritik, die von zivilgesellschaftlichen Organisationen wie dem bayerischen Flüchtlingsrat, Ärzt*innen der Welt, VETO Bayern, von Fachanwält*innen und den in den Ankerzentren untergebrachten Menschen bei einer Pressekonferenz in der letzten Woche geäußert wurde.

Mit der Unterbringung Geflüchteter in „Ankerzentren“ genannten Lagern wird die in Artikel 1 des Grundgesetzes garantierte Menschenwürde verletzt.

In diesen Lagern dürfen die Menschen nicht arbeiten, nicht kochen, sich nicht bilden und haben kaum Zugang zu Beratung oder Kontakt zu Menschen außerhalb der Unterkunft.

mut setzt sich für eine menschenwürdige Unterbringung von Geflüchteten ein. Menschenwürdig heißt: weg von Gemeinschaftsunterkünften, weg von Lagern, hin zu einem Wohnen, dass den individuellen Bedürfnissen der Menschen Rechnung trägt.

Insbesondere für Menschen mit besonderem Schutzbedürfnis, wie alleinstehende Frauen, Kinder und queere Menschen, müssen geeignete und sichere Unterkünfte geschaffen werden. Gleiches gilt für kranke, behinderte und traumatisierte Menschen, deren Lebensumstände besondere Berücksichtigung finden müssen. Dabei muss die Unterstützung durch unabhängige und personell gut ausgestattete Sozialdienste garantiert sein.

Die Belangen der Geflüchteten müssen im Mittelpunkt stehen, anstatt sie wegzuverwalten.


 

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